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Alpen
Streuobstwiesen in der Gemeinde Alpen auf Wachstumskurs

Alpen. Gutes Pflanzwetter, helfende Hände und jede Menge junger Bäume gaben Baumpaten, Ehrenamtlern, Mitgliedern des örtlichen Naturschutzbundes und der Interessengemeinschaft (IG) für Geschichte und Natur Bönninghardt den Arbeitstakt vor. "Alles auf Start" hieß es in Bönninghardt, wo bereits die kommunale Fläche für die neue Streuobstwiese vorbereitet war. Das hieß umpflügen und grubbern, 17 Pflanzpunkte markieren, erst dann kam mit vereinten Kräfte die praktische Pfahlramme zum Einsatz. Von Sabine Hannemann

"Wir bohren damit vor und setzen dann die Bäume ein. Die Gemeinde hat für uns gute Vorarbeit geleistet", erklärte Christian Chwallek vom Nabu-Vorstand. Der Regen der vergangenen Tage sorgte für gute Pflanzverhältnisse ins sandige Heier Erdreich, wo zuvor Mais gestanden hatte. Das Projekt Streuobstwiese an der Winnenthalerstraße ist überzeugend, wie auch die Liste der Paten mit ihren Wunschbäumen zeigt. Für den Finkenwerder Prinzenapfel entschied sich die IG und weitere zehn verschiedene Obstbäume, so für eine große schwarze Knorpelkirsche und eine Hauszwetschge. "Chang" Schmitz und seine Frau Hiltrud wählten "Schneiders späte Knorpelkirsche", Pate von "Kaiser Wilhelm" ist Gisela Härter. Mit 18 jungen Bäumen geht die Streuobstwiese an den Start. Das Angebot für Baumpaten ist umfassend, wie Chawallek erläutert. Zehn Jahre übernimmt der Nabu die Pflege, sorgt mit fachgerechten "Erziehungsschnitten" für gesunden Wuchs - Voraussetzung für guten Ertrag. 110 Euro kostet das Rundum-Sorglos-Paket. Die Hamminkelner Obstkelterei van Nahmen nimmt die Ernte ab. "Einer der Lieblingsäpfel von Rainer van Nahmen ist der Rheinische Bohnapfel, eine alte Winterapfelsorte", so Chwallek.

Stunden später ging es am Moosweg in Menzelen-Ost weiter. Die Wiese wurde im vorigen Jahr angelegt und nun um acht Bäume erweitert. Der Nabu überlegt, dort Schafe weiden zu lassen. Frank Müller hat sich für eine Hauszwetschge entschieden, für die "Mirabelle von Nancy" Barbara Uhlen-Hoolmans. "Im eigenen Garten ist kein Platz mehr", sagt sie. Nicht nur der Ausblick auf eine gute Ernte treibt sie beim Generationen-Projekt an. Kinder und Enkel werden zur Streuobstwiese pilgern, wie die Erfahrung am Alpener Ratsbongert zeigt.

Dort pflanzten Bürgermeister Ahls und Frau Jutta einen Baum wie auch die RP-Redaktion Rheinberg. "Wir können mit solchen Aktionen viel erreichen. Streuobstwiesen sind ein wertschätzender Beitrag zur Regionalität, zum Naturschutz wie auch zur biologischen Vielfalt. Am Niederrhein fühlen sich auf Streuobstwiesen der Steinkauz und der Gartenrotschwanz zuhause", sagen Chwallek und Müller. Am Moosweg haben noch vier Obstbäume Platz, in Bönninghardt noch rund 20 und am Ratsbongert bis zu zehn.

Quelle: RP
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