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Alpen
Tagespflege kommt, Appartements nicht

Alpen. Der Bauausschuss lehnte es ab, betreutes Wohnen im Hotel Bönninghardt einzurichten. Von Erwin Kohl

Im Hotel Bönninghardt kann eine Tagespflegeeinrichtung entstehen. Das hatte der Eigentümer beantragt. Der Alpener Bauausschuss stimmte in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig zu. Eine Absage erteilte er hingegen dem Vorhaben des Hotelbesitzers, Appartements für betreutes Wohnen mit Dusche/WC und Küchenzeile einzurichten.

Die Erweiterung des Hotels im Bereich Metzekath war schon vor Jahren geplant. Damals sollte der Beherbergungsbetrieb an der Außengrenze der Gemeinde um ein Gästehaus erweitert werden. Der Alpener Rat bewilligte dies auch, doch der Eigentümer verwirklichte die Pläne nie. Das Gästehaus blieb im Rohbaustatus. Nun hatte der Hotelbesitzer bei der Gemeinde eine Nutzungsplanänderung eingereicht.

Demnach hatte er vor, die Tagespflege mit Personal- und Wirtschaftsräumen im Erdgeschoss des Hauptgebäudes einzurichten. Die Gästezimmer im Obergeschoss des Hotels sollten zu Appartements für betreutes Wohnen umgebaut werden. Vor allem Letzteres lehnte die Gemeinde ab: Sie plädiert dafür, dass betreutes Wohnen vorrangig dort erfolgt, wo Bewohner Apotheken, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten sowie den öffentlichen Nahverkehr selbst leicht erreichen können. Außerdem befürchtete die Gemeinde, dass durch eine freie Vermietung der Appartements der Effekt des "Dauerwohnens" eintritt. Eigentlich ist in dem Bereich nämlich nur eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Das Hotel genießt nur Bestandsschutz. Die Befürchtung des Dauerwohnens teilte auch die Bauaufsicht des Kreises Wesel.

Um zu klären, was zulässig ist, hatte die Gemeinde die Heimaufsicht des Kreises um eine Stellungnahme gebeten. Diese lag nun vor. "Eine Tagespflegeeinrichtung wird ausdrücklich begrüßt. Betreutes Wohnen lehnt die Heimaufsicht an dieser Stelle jedoch ab", erklärte Volker Schlicht vom Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt. Bedenken hinsichtlich des Immissionsschutzes hat der Gemeindemitarbeiter nicht: "Die Gäste in der Tagespflege werden morgens gebracht und nachmittags abgeholt. Das ist eine ähnliche Nutzung wie bei einem Hotel." Für Jörg Banemann (SPD) war die Kuh damit vom Eis: "Wenn die Heimaufsicht das so begrüßt, sollten wir es mittragen."

Quelle: RP
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