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Alpen
Tekath-Preis im Bürgerforum verliehen

Alpen: Tekath-Preis im Bürgerforum verliehen
Prof Dr. Guillaume van Gemert, Prof. Dr. Leo Peters, Dr. Hartwig Kersken, Ronja Hochstrat, Gerd Halmanns und Prof. Dr. Irmgard Hantsche (von links) nach der Preisverleihung im Park an der Bürgerhalle. FOTO: Arnulf Stoffel
Alpen. Ronja Hochstrat aus Kevelaer und Dr. Hartwig Kersken aus Alpen standen am Freitagabend im Bürgerforum in Geldern im Mittelpunkt. Die beiden jungen Wissenschaftler wurden mit dem "Karl-Heinz-Tekath-Förderpreis zur Erforschung von Geschichte und Kultur der Niederrheinlande" 2017 ausgezeichnet. Von Michael Klatt

Dass die "Niederrheinlande" Regionen dies- und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze umfassen, schlägt sich nicht zuletzt im binationalen Publikum dieser Feierstunde nieder. "In diesem Jahr haben sich sehr viele Niederländer als Gäste angemeldet", teilte Gerd Halmanns, der Vorsitzende des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, im Vorfeld mit.

Aus deutschen und niederländischen Experten setzt sich die Jury zusammen. Sie prüfte mehrere bemerkenswerte Arbeiten. Schließlich entschied sie sich einstimmig für die gemeinsame Vergabe des Preises an Ronja Hochstrat und Hartwig Kersken. In seiner Laudatio rühmte Professor Dr. Guillaume van Gemert von der Universität Nimwegen die Leistungen der Preisträger.

Mit der ausgezeichneten Untersuchung von Hartwig Kersken namens "Zwischen Glaube und Welt. Studien zur Geschichte der religiösen Frauengemeinschaft Thorn von der Gründung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts" wird eine laut Jury hervorragende Dissertation der Universität Duisburg-Essen gewürdigt. Die in der niederländischen Reihe "Maaslandse Monografieën" als Buch erschienene Arbeit widmet sich der hoch- und spätmittelalterlichen Entwicklung des Thorner Frauenstifts, behandelt alle für Thorn konstitutiven verfassungsrechtlichen, politischen und ständischen Fragestellungen und setzt sich mit dem Forschungsstand auseinander. Die Arbeit beweist einen perfekten Umgang des Autors mit der problematischen Überlieferungslage. Das Thorner Stift vermochte in der frühen Neuzeit eine eigene reichunmittelbare Landesherrschaft in Konkurrenz mit den Absichten seiner Vögte, der Grafen von Geldern, durchzusetzen. Aber nicht nur darin ist ein Bezug zum Niederrhein gegeben, sondern auch in den Parallelitäten der Stifter Elten und Thorn.

Die Jury macht sich ein Gutachter-Votum zu eigen, wonach Kersken, der Schüler am Gelderner Lise-Meitner-Gymnasium war, "völliges Neuland" betritt und in seiner sprachlich vorzüglichen, in Aufbau, Gedankenführung und Argumentation klaren Darstellung "umfangreiche neue Erkenntnisse für die historische Forschung erarbeitet". Die mit dem Tekath-Preis ausgezeichnete Arbeit werde die "internationale Erforschung weiblicher Gemeinschaften" befördern.

Die bei der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg eingereichte Bachelor-Arbeit von Ronja Hochstrat befasst sich mit der "Vermittlerrolle Reinalds II. von Geldern zwischen Ludwig IV. und Eduard III.". Der mit der Schwester des englischen Königs verheiratete und 1339 in den Herzogstand erhobene Reinald hat sich in die Bemühungen um die Entspannung der Konkurrenzsituation zwischen den Königen von Frankreich und England einerseits und Kaiser Ludwigs IV. Konflikt mit den Reichsfürsten andererseits eingebracht. Er nahm damit Einfluss auf Auseinandersetzungen von europäischer Dimension. Dies zeige erneut, dass die geldrischen Herrscher des späten Mittelalters mehr als eine politische Größe von bloß regionaler Bedeutung waren.

Der Arbeit wird vom Gutachter ein hohes Maß an quellenkritischer Kompetenz und historischem Analysevermögen bescheinigt. Eine Wertung, der sich die Jury anschließt. Ronja Hochstrat, die als Absolventin des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums 2012 als eine der besten Abiturientinnen der Region in Geschichte ausgezeichnet wurde, beweise gute Literatur- und Quellenkenntnis, präsentiere ihre stringent dargestellten Erkenntnisse sprachlich gut. Erstmals wird eine Bachelor-Arbeit mit dem Preis ausgezeichnet, was die Absicht unterstreicht, wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.

Quelle: RP
 
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