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Rheinberg
Trommelwirbel macht Jungen stärker

Rheinberg: Trommelwirbel macht Jungen stärker
Dieser St.-Peter-Schüler fand gestern schon Gefallen am Trommeln. In den Sommerferien wird er unter anderem lernen, wie man sich selbst eine Trommel baut. FOTO: Olaf ostermann
Rheinberg. Die Offene Ganztagsbetreuung der Rheinberger St.-Peter-Grundschule nimmt an einem dreijährigen Projekt des Diözesancaritasverbandes teil. Dazu gehört auch, dass Mitarbeiter zu Jungenbegleitern ausgebildet werden. Von Uwe Plien

Für Jungen muss etwas getan werden. Sonst laufen sie Gefahr, dass die Mädchen ihnen den Rang ablaufen, das zeigen viele Untersuchungen. Dass dies so ist, hat etwas damit zu tun, dass sich vor allem Frauen um die Erziehung kümmern: Ob im Kindergarten, in der Grundschule oder der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) - überall tummeln sich deutlich mehr Frauen als Männer. Die Rheinberger Grundschule St. Peter ist da beinahe privilegiert, gibt es doch mit Sebastian Fittges immerhin einen Lehrer im Kollegium. Und auch im Offenen Ganztag verlassen sich Leiterin Monika van Briel und ihr Team nicht nur auf weibliches Know-how. "Der Budberger Tischler Jürgen Paul leitet bei uns eine Arbeitsgemeinschaft und mit Deniz Cakmak haben wir einen FSJ-ler, der sich mit den Kindern beschäftigt", sagt sie.

Mit dem Projekt "Trommelwirbel" setzt die Offene Ganztagsbetreuung einen weiteren Akzent: "Dieses Projekt ist gezielt dazu konzipiert worden, um Jungen zu stärken", schildert Ulla Bünnagel, beim Caritasverband Moers-Xanten als Koordinatorin für die OGS-Angebote verantwortlich. Bernhard Hülsken vom Diözesancaritasverband Münster hat das Projekt entwickelt. Die Rheinberger hatten sich vor etwa eineinhalb Jahren um die Teilnahme beworben - und bekamen den Zuschlag ebenso wie fünf andere Einrichtungen im Bistum Münster.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Gestern wurde es allen Kindern der St.-Peter-Grundschule vorgestellt. Dabei führten Wilhelm Neu vom Theaterpädagogischen Zentrum Münster und Trommel-Dozent Christoph Studer Jungen und Mädchen höchst unterhaltsam spielerisch und musikalisch in das Thema ein. Studer hatte 120 Trommeln - auch afrikanische Djembés - mitgebracht. Die Kinder durften die Musikinstrumente auch ausprobieren.

"Richtig los geht das Projekt bei uns in der fünften Woche der Sommerferien", berichtete gestern Schulleiterin Gabi Krekeler. "Dann haben wir eine Intensivwoche, in der sich die Jungen mit Trommelbau-, -spiel und -theater befassen." Jeder Junge werde nachher mit einem eigenen Instrument nach Hause gehen. Nach der Sommerpause wird "Trommelwirbel" dann im ersten Schulhalbjahr als Arbeitsgemeinschaft an der St.-Peter-Grundschule angeboten.

Parallel zu der Arbeit mit den Kindern bietet die Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit eine Fortbildung für die Mitarbeiter der Offene Ganztagsbetreuung an. Leiterin Monika van Briel nimmt daran teil und lässt sich zur Jungenbegleiterin ausbilden. "Ein weiterer Schritt, um die Jungenarbeit stärken zu können", unterstreicht Ulla Bünnagel vom Caritasverband.

Die Jungen bereits im Grundschulalter zu stärken, sei enorm wichtig, hebt Gabi Krekeler hervor. "Jungen haben ein anderes Körpergefühl als Mädchen. Und sie leben es anders aus", so die Rektorin. Die Lebensumstände für Kinder hätten sich geändert. Spielen in der Natur, auf Bäume klettern und solche Dinge - das ist in der Stadt heute nicht mehr in dem Maße möglich wie früher. Und: "Die Familienstrukturen haben sich geändert."

Bernhard Hülsken vom Diözesancaritasverband sagte gestern bei der Auftaktveranstaltung, dass die "Aktion Mensch" die Grundfinanzierung des Projekts trage. Der Diözesancaritasverband deckt etwa 30 Prozent der Kosten, zudem ist der Caritasverband Moers-Xanten als Träger des Offenen Ganztags vor Ort an den Kosten beteiligt.

Quelle: RP
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