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Alpen
Ulrichstraße: Polizei stoppt Temposünder

Alpen: Ulrichstraße: Polizei stoppt Temposünder
Die Tempo-50-Schilder an der Ulrichstraße K 23 vorm Ortseingang Alpen werden von zahlreichen Autofahrern schlichtweg missachtet. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Weil sich ein Bürger um die Kinder der Flüchtlinge in den Wohncontainer sorgte, hat die Polizei Geschwindigkeitskontrollen gemacht. Das Ergebnis spricht Bände: Hier wird gerast. Doch die Strafen wirken schon. Von Bernfried Paus

Die Ulrichstraße ist mächtig ins Gerede gekommen. Vor allem bei Autofahrern, die an der Ortsgrenze - vor oder hinter dem gelben Eingangsschild je nach Fahrtrichtung - ein wenig unbedacht aufs Gaspedal gedrückt haben. Denn die Polizei hat sich hier verstärkt auf die Lauer gelegt, um Temposünder zur Reue, besser zur Verhaltensänderung zu bewegen. Die Zahlen sprechen eine sehr eindeutige Sprache: Auf der Kreisstraße (K 23) wird gerast.

An vier Tagen hat die Polizei zu unterschiedlichen Zeiten mehr als 4000 Autos ins Visier genommen - knapp 1500 waren schneller als die hier erlaubten 50 Stundenkilometer. Drei Fahrer waren so schnell - auf jeden Fall schneller als 95 km/h -, dass sie ihren Führerschein erst mal für eine angemessene Bußzeit abgeben müssen, berichtete Polizeisprecherin Andera Margraf auf Anfrage der Redaktion.

Der gerade, komfortabel ausgebaute Streckenabschnitt auf den Ortseingang zu gilt vielen schon lange als neuralgische Zone. "Selbst ich ertappe mich als Autofahrer manchmal, dass ich mich nicht an die Regeln gehalten habe", räumt Ludger Funke, Leiter des Fachbereichhes Ordnung und Sicherheit, ein. Und Bürgermeister Thomas Ahls ist sicher nicht verborgen geblieben, dass hier viele viel zu schnell unterwegs sind. Schließlich radelt er hier täglich zum Rathaus.

Es war am Ende Dorfpolizist Andreas Schlicht, der die Kollegen gebeten hat, mit Messgeräten anzurücken, um Raser zu stoppen. Besorgte Anwohner hatten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass viele die Tempo-Bremse außerhalb der geschlossenen Ortschaft schlichtweg ignorieren.

Kritiker der Verkehrskontrollen führten allerdings an, dass diese zu spät kämen, mehr Sinn gemacht hätten, als dort noch Familien in den Flüchtlingsunterkünften gewohnt hätten. Aus dem Grunde, so Ludger Funke, seien seinerzeit Schilder aufgestellt worden, die das zulässige Tempo zunächst auf 70 und dann in Höhe der Wohncontainer auf 50 herunterdrosseln. Offenkundig ohne nachhaltige Wirkung.

Der Bürger, der sich an die Polizei gewandt hat, sorgte sich um die Flüchtlingsfamilien und ihre Kinder, die sich oft arglos an und teils auf der Straße aufhielten. Es sei eine Frage der Zeit, dass hier ein Unfall passiert. Die Kontrollen belegen, wie berechtigt die Sorge ist, auch wenn nur noch ein Wohncontainer steht. In dem ist auch eine Familie mit Kindern untergebracht.

Anfang Juni wurden allein an einem Vormittag 525 Knöllchen verteilt und 102 Denkzettel, die finanziell richtig schmerzhaft sind. Obendrein drohen Punkte in der Sünderkartei.

Die Kontrollen wirken. Anfang Juli wurden im gleichen Zeitraum "nur noch" 234 Autofahrer verwarnt, 42 kassierten eine Anzeige. "Ich gehe davon aus, dass die Polizei am Ball bleibt", sagte Ludger Funke. Das ergebe auch langfristig durchaus Sinn. Denn im Rathaus warte man täglich auf die Genehmigung für den Neubau der Flüchtlingsunterkunft. Die Ulrichstraße bleibt bei Verkehrsexperten ein Thema. Auch die Radweg-Einmündung Höhe Lauerbrücke soll sicherer gestaltet werden.

Quelle: RP
 
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