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Rheinberg
Unentgeltlich – unbezahlbar

Rheinberg. Die Helferinnen und Helfer des DRK in Rheinberg zogen eine beeindruckende Bilanz: Im vorigen Jahr waren sie rund 88 000 Stunden für ihre Mitmenschen im Einsatz. Von Rainer Kaussen

Das Deutsche Rote Kreuz gehört zum Stadtbild. "Wir helfen jeden Tag", beschrieb Günter Köster als Vorsitzender am Samstag bei der Hauptversammlung des Stadtverbandes Rheinberg selbstbewusst und mit berechtigtem Stolz. Das Geleistete lässt sich in einer nüchternen Zahl ausdrücken: Die Helferinnen und Helfer waren im vorigen Jahr rund 88 000 Stunden im Einsatz – "wenn das ein einzelner leisten müsste, hieße das für ihn 51 Jahre Arbeit", rechnete Günter Köster vor.

Rheinbergs Stellvertretender Bürgermeister Peter Maaß beleuchtete bei seinem Grußwort im Saal des Kamper Hof die emotionale Ebene: Ebenso wie das Rote Kreuz mit seiner Hilfe bei Naturkatastrophen wie in Haiti für die Mitmenschen da sei, gelinge das auch bei den tagtäglichen Notlagen in Rheinberg; bei Weiterbildung, in Spielgruppen, beim Weihnachtsmarkt, im Rettungsdienst. Maaß: "Da wird unentgeltlich viel geleistet, was letztlich unbezahlbar ist.

Strukturen zerschlagen

Ob das von allen übergeordneten Stellen richtig erkannt und eingeordnet wird, blieb später als ungestellte Frage im Raume stehen. Im Rahmen seines Jahresberichtes kam Günter Köster nämlich auch auf die Reorganisation der Einsatzeinheiten in Nordrhein-Westfalen zu sprechen. Davon habe es nach Einschätzung des Innenministeriums zu viele gegeben – weil sie den Düsseldorfern zu teuer geworden waren. Künftig dürfe es pro Kreis noch vier solcher Einheiten geben – dumm für den Kreis Wesel, dort bestanden sechs, davon eine in Rheinberg. Im Ergebnis wurde eine Einheit (die Moerser) nach Krefeld geschlagen, eine andere komplett aufgelöst. Köster: "Zurück bleiben unglückliche Aktive, weil bestehende gute Strukturen zerschlagen wurden."

Wie leistungsfähig beispielsweise die Schnelleinsatzgruppe (SEG) ist, habe sie im vorigen Jahr bei der Evakuierung des Kamp-Lintforter Krankenhauses gezeigt; nach einer Reizgasattacke in einer Kamp-Lintforter Schule, bei einem Busunglück auf der A 57 und einem Blitzeinschlag im Archäologischen Park Xanten.

Solide Grundlage

Rettungswache, Bereitschaft, Wasserwacht, Jugendrotkreuz und die Rot-Kreuz-Organisationen legten gleichfalls eindrucksvolle Jahresbilanzen vor. Erfreut hörten die Versammlungsbesucher, dass auch finanziell die Zahlen stimmen. Damit ist die solide Grundlage geschaffen für die weitere Arbeit, bei der im aktuellen Jahr die Beschaffung eines Einsatzleitfahrzeuges und der Bau der neuen Halle am Melkweg herausragende Investitionen sein werden.

Quelle: RP
 
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