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Rheinberg
Unwetter: Lineg misst Jahrhundert-Niederschläge

Rheinberg. Nach einem langen Tag zog die Feuerwehr Sonsbeck gestern Bilanz. Um 9.08 Uhr erfolgte am Montag während des Unwetters die erste Alarmierung zu einem Wasserschaden. Schnell zeigte sich, dass die Wassermassen im Gemeindegebiet Straßen und Keller haben volllaufen lassen. Der Einsatzleiter ließ daher auch die Löschzüge Hamb und Labbeck rufen. Auch die Mitarbeiter des Gemeinde-Bauhofs halfen tatkräftig. Nachdem die Feuerwehr um 10.15 Uhr zusätzlich zu einem Dachstuhlbrand (RP berichtete) ausrücken musste, wurde zusätzlich das Technische Hilfswerk aus Wesel eingesetzt. Teilweise standen in einzelnen Straßen mehrere Keller unter Wasser oder es mussten Gullyeinläufe geöffnet werden, damit das Regenwasser von den Straßen abfließen konnte. Besondere Einsatzschwerpunkte waren der Bereich Taubenweg/Kiwittweg/Meisenweg. Bis 16.30 Uhr wurden rund 50 Einsatzstellen abgearbeitet. Pressesprecher Lars Rübekeil: "Die Einsätze des Montags machten erneut deutlich, wie die Feuerwehr Sonsbeck bei extremen Bedingungen, auch mit kameradschaftlicher Unterstützung aus den umliegenden Kommunen sowie des Technischen Hilfswerks in der Lage ist, schnelle und wirksame Hilfe zu leisten."

Erstaunliches berichtete gestern die Lineg. Seit über 100 Jahren zeichnet sie die Niederschlagswerte an verschiedenen Stationen in ihrem Verbandsgebiet auf. "Aber das, was gestern gemessen wurde, war an einigen Stationen schon etwas Außerordentliches", so Lineg-Sprecherin, Elke Wimmer. An allen 19 Niederschlagsstationen seien sehr hohe Werte registriert worden, wobei die Spitzenreiter Rheinberg mit 65 Millimeter, Alpen, mit 58 Millimeter und Menzelen-Ost mit 53 Millimeter waren. Es hat somit dort an einem Tag mehr geregnet, als durchschnittlich sonst im ganzen Monat Mai. Das monatliche Mittel liegt im Lineg-Gebiet bei 52 Millimetern. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass davon nur in der Zeit von 9 bis 10 Uhr zwischen 28 und 40 Liter in einer Stunde gefallen sind. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem mehr als "hundertjährigen Ereignis".

Bei der Lineg gingen zahlreiche Anrufe ein. Probleme entstanden in erster Linie aufgrund von Überstauungen an einigen Stellen der kommunalen Entwässerungsanlagen, da diese nicht für die Aufnahme derartiger Wassermassen ausgelegt sind. Die Lineg-Anlagen und die von der Lineg-Tochter Lintec betriebenen Anlagen seien einwandfrei gelaufen, hieß es gestern.

(möw/up)
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