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Alpen
Veen arbeitet wieder am neuen Kalender

Alpen: Veen arbeitet wieder am neuen Kalender
Im Krähendorf erscheint seit langer Zeit ein Jahreskalender mit Daten der Vereine sowie runden Geburtstagen. Auch für das Jahr 2016 soll es wieder ein derartiges Heftchen geben. FOTO: Armin Fischer (Archiv)
Alpen. Die Integration von zwölf Flüchtlingen war Thema der Dorfkonferenz. Sie sind schon in die Vereinswelt eingebunden. Von Peter Gottschlich

Die Flüchtlingswelle ist im Krähendorf angekommen. Seit drei Wochen leben zwölf junge Syrer im alten Pastorat. Und die Veener unternehmen alles, um sie in die Dorfgemeinschaft einzubinden. "Sechs spielen schon Fußball bei der Borussia", berichtete Ortsvorsteher Charly Schweden bei der Dorfkonferenz am Donnerstagabend. "Am 24. September fahren sie mit dem Fanclub nach Mönchengladbach. Die Borussia spielt gegen Mainz 05."

Pia Hoffmann von der Flüchtlingshilfe erläuterte, wie jeder Neuankömmling persönlich begrüßt werde. "Sie sollen sich frei bewegen können", sagte sie vor 50 Veenern im Pfarrheim. Deshalb erhalte jeder ein Fahrrad. Die Flüchtlingshilfe suche für die Neuankömmlinge vor allem Duschtücher und Bettwäsche, Toaster und Wasserkocher. Wer etwas spenden wolle, könne Andrea Wehlmann kontaktieren, Telefon 02802 6900.

Gerne würden die Syrer, von denen die meisten zwischen 16 und 30 Jahre alt sind, arbeiten. "Wir haben versucht, sie in Arbeit zu vermitteln", sagte Charly Schweden. "Vier wollen sofort arbeiten. Wir haben Unternehmen gefunden, die sie einstellen würden. Aber das geht erst später, weil sie noch keine Anerkennung erhalten haben." Allerdings sei zu erwarten, dass sie diese erhielten, da Syrien als Kriegsgebiet eingestuft werde, erläuterte Bürgermeister Thomas Ahls. Mittlerweile lebten in Alpen 120 Flüchtlinge, wobei die Anzahl steige.

Neben der Flüchtlingshilfe war der demografische Wandel das Thema der Dorfkonferenz, zu der sich einmal jährlich die Veener Vereine und Gruppen sowie die Veener Bürger treffen. Auch im Krähendorf wird die Bevölkerung älter. Gleichzeitig gebe es viele Geburten. "Wir kommen in diesem Jahr auf über 15", sagte Charly Schweden. "Damit ist der Bestand der Grundschule bis ins Jahr 2021 auf jeden Fall gesichert."

Leider, so der Ortsvorsteher weiter, sei es Ortschaften unter 2000 Einwohnern nicht mehr erlaubt, neue Baugebiete auszuweisen, selbst wenn viele in Veen Bauland suchen würden. Nur an wenigen Punkten gebe es noch freie Grundstücke. Veen sei ein Dorf mit guter Infrastruktur und einem regen Vereinswesen.

Vor allem durch den Spargelhof Schippers an der Tackenstraße sei es auch überregional bekannt. "Jedes Jahr hat er 35 000 Besucher", berichtete der Ortsvorsteher. 80 Busgruppen würden sich auch Kirche und Heimatmuseum anschauen, nachdem sie alles über das weiße Stangengold erfahren hätten. Sie seien begeistert vom Zusammenhalt im Krähendorf. "Wenn wir diese Gemeinschaft weiter erhalten, ist mir um Veen nicht bange", blickte Charly Schweden in die Zukunft.

Zu diesem Zusammenhalt trage auch der Veener Jahreskalender bei, der auch für das Jahr 2016 erneut erscheinen soll. Darin sind zum Beispiel wichtige Vereinstermine zu finden oder runde Geburtstage. Allerdings müssen die Geburtstagskinder der Veröffentlichung erst zustimmen.

Quelle: RP
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