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Rheinberg
Viel Beifall für Trio in der Schloss-Remise

Rheinberg: Viel Beifall für Trio in der Schloss-Remise
Drei Einzelkönner und eine harmonische Einheit: Roland Krüger (Klavier), Timothy Braun (Violine) und Katharina Apel (Violoncello) überzeugten das Publikum. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Kammermusikalische Matinée im Rahmen des 14. Kammermusikfestes Kloster Kamp vor vollem Saal in OIssenberg. Von Udo Spelleken

In der Schloss-Remise gab es eine beachtenswerte kammermusikalische Matinée im Rahmen des 14. Kammermusikfestes Kloster Kamp zu hören. Im ausverkauften Saal spielten renommierte Künstler Werke von Beethoven und Menotti. Alexander Hülshoff, künstlerischer Leiter des Orchesterzentrums, eine Einrichtung der vier Musikhochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen begrüßte die Gäste und gab informative Erläuterungen zu den jeweiligen Komponisten und deren Stücke.

Für eine feine, rundum gelungene Interpretation des "Trio Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello op.1. Nr. 1" von Ludwig van Beethoven sorgten Roland Krüger (Klavier), Timothy Braun (Violine) und Katharina Apel (Violoncello). Neben der Präzision des Zusammenspiels überzeugte die unprätentiöse, oftmals lakonisch anmutende Art, mit der die Musik angestimmt wurde und sich dann entfaltete.

Knappen, eröffnenden Akkorden folgten ergänzende Aufschwünge und Melodieansätze, aus denen das Klavier die klangvolle Linie generierte. Das virtuose Moment, das im Tasteninstrument verborgen lag, erklang dabei ebenso selbstverständlich wie spielerisch, was den Charakter des Werkes merklich in seiner Fülle beeinflusste.

Die drei Musiker bildeten eine künstlerisch geschlossene Einheit, konnten aber auch solistisch glänzen. Das Trio spielte das Werk ohne übertriebenes Pathos mit elegischer Kraft und rhythmischer Unbestechlichkeit. Mit Gian Carlo Menottis "Trio für Violine, Klarinette und Klavier" hörte das Publikum einen neuzeitlichen Traditionalisten, der auf die bewährte Dur/Moll-Tonalität setzte und daraus periodisch überschaubare Strukturen entwickelte, die stets eingängig bleiben und von wohl kalkulierter Wirkung sind.

Giora Schmidt (Violine), Thorsten Johanns (Klarinette) und Andrew Harley (Klavier) offenbarten mit natürlich reizvollem Lyrismus und gelungener Virtuosität ihr meisterliches Können in einem dramatischen Frage- und Antwort-Spiel. Das "Quintett C-Dur für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello op. 29" von Beethoven vollendete die Matinée. Die Musiker Jan Talich, Alexa Eichhorn (Violine), Aida-Carmen Soanea, Razvan Popovici (Viola) und Alexander Hülshoff (Violoncello) legten dabei ihren Schwerpunkt auf gemeinsame Linien und solistische Tonfolgen.

Das empfindsame "Adagio molto espressivo" spielten sie mit kantablem Tonfall und herrlich ausmusizierten Phrasierungen. Das Scherzo belebte sich mit tänzerischer Leichtigkeit und mündete in einem furiosen Finale. Es gab viel anerkennenden Applaus für Künstler, die auf höchstem Niveau musizierten.

Quelle: RP
 
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