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Alpen
Viel Text für "Tratsch im Treppenhaus"

Alpen: Viel Text für "Tratsch im Treppenhaus"
Bianca Heier als Berta Bliesemann, Birgit Graefenstein als Rosalinde Käselau und Horst Wenig (von links) bei den Proben im Pädagogischen Zentrum. Das Stück kennt man in erster Linie vom Hamburger Ohnsorg-Theater. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Das Alpener Laienspiel befindet sich in der heißen Probenphase. Die Gruppe hat die Komödie erstmals 1999 gespielt. Von Alexander Florié-Albrecht

"Den Tisch noch fünf Zentimeter nach links, und stell dich etwas seitlich davon hin, ja so", gab Walter Kühn Anweisungen an seine Darsteller. Mit dem Manuskript auf dem Schoss verfolgte der Regisseur des Stücks "Tratsch im Treppenhaus" die Abläufe auf der Bühne des Schulzentrums. "Ihr müsst die Klinke bewegen, damit das Publikum das auch wahrnimmt", wies er die Schauspieler auch auf Details hin.

"Es spielt sich anders, wenn das Bühnenbild da ist", verwies er auf die Rückwand mit den Türen. "Vorher waren nur das Geländer und die Treppe da", hatte das Ensemble zuvor gemeinsam das Bühnenbild aufgebaut. Ein Geländergestell, eine Treppe, mehrere Türen, abseits stehende Requisiten wie ein Bett und ein Schrank zierten die Bühne.

Dort spekulierten Petra Wittmann als "Frau Wulf", Birgit Graefenstein als "Rosalinde Käselau" und Bianca Heier als "Berta Bliesemann" in nostalgischer Hausfrauenkluft über die Gefährlichkeit des "mysteriösen" neuen Mitbewohners "Max Kolbe" (Daniel Graefenstein), um den es sich in der Komödie hauptsächlich dreht. "Wer weiß, vielleicht hat er was mitgehen lassen", flüsterte Souffleuse Waltraud Nolden in den Raum. Graefenstein griff das auf und wiederholte.

"Ist sehr viel Text für die drei", meinte Kühn anerkennend. "Birgit lernt immer sehr schnell, aber selbst sie hat diesmal gesagt: Sie kriegt's schwer in den Kopf rein."

Seit Anfang des Jahres arbeitet das elfköpfige Ensemble an dem Stück. "Das ist klassisches Ohnsorg-Theater - 1999 haben wir das schon mal aufgeführt." Damals wie heute spielt er selbst die Rolle des "Schneider Wimm". Warum die Neuauflage? "Vor allem wegen der Besetzung, ich bemühe mich immer, dass alle Darsteller mitspielen können", so Kühn. "Und es macht natürlich auch Spaß."

Abseits der Bühne bereiteten sich die anderen Schauspieler auf ihren Einsatz vor - oder verfolgten wie Horst Wenig amüsiert die laufende Handlung; "Es gibt da einfach Momente, wo man aufs Lachen wartet", sagte er, als Hans-Jörg Theußen als "Joachim Grützkopp" gegen die Wand rennt und als "Knallkopf" bezeichnet wird. "In eine andere Figur zu schlüpfen ist was Tolles, die Gruppe und die Gemeinschaft hier sind sehr wichtig. Und die Lust am Spiel, die ist immer dabei." "Ist super, mal so 'ne alte Jungfer zu spielen", hatte sich Bianca Heier auf ihre Rolle ganz speziell vorbereitet. Nina Meyer war 1999 gerade im Abitur, als sie bei "Tratsch im Treppenhaus" als "Olga" auf der Bühne stand: "Ich bin kurzfristig eingesprungen und wundere mich heute, dass ich das alles so schnell gelernt habe", erinnert sich die 34-jährige.

In einer kurzen Pause entspannte sich Petra Wittmann auf dem Bettgestell, bevor sie es zusammen mit den Kollegen auf die Bühne trug und in der nächsten Szene mit "Rosalinde Käserau" im Zimmer des mysteriösen Jünglings herumschnüffelt.

"Eigentlich bin ich keine Tratschtante, aber die Lust am Quatschen muss man haben", sagte sie voller Vorfreude. "Bei der Premiere ist mir immer vorher so schlecht, und nach ein paar Sekunden Spielen ist alles in Ordnung." Was jedenfalls das Messer und der geheimnisvolle Brief, den sie und ihre Nachbarin in dem Zimmer finden, zu bedeuten haben, und welche Verwicklungen sich wie auflösen, das Geheimnis lüften die Schauspieler bei der Premiere am 6. März.

Einige Proben sind bis noch zu absolvieren. Walter Kühn zeigte sich an dem Abend mit der Leistung des Ensembles zufrieden. Und Kerstin Gaß, die die Vermieterin Frau Krawuttke spielt, brachte auf den Punkt, was sich alle erhoffen: "Wenn die Leute lachen, sind wir alle zufrieden."

Quelle: RP
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