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Rheinberg
Von der Ruine zum Schmuckstück

Rheinberg: Von der Ruine zum Schmuckstück
Die Schlosskapelle ist ein Schmuckstück. FOTO: Uwe Plien
Rheinberg. Der Verein zur Erhaltung der Ossenberger Schlosskapelle besteht seit 1994. Er kümmert sich um das liebevoll und mit großem Aufwand restaurierte Gebäude. Es gehört zum Schloss und wurde um 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Von Uwe Plien

Der Verein zur Erhaltung der Ossenberger Schlosskapelle steuert mit großen Schritten auf sein erstes Jubiläum zu: In zwei Jahren besteht der 1994 gegründete Verein 25 Jahre. Vorsitzender ist seit zweieinhalb Jahren Uli Weyhofen. Ein Mann der ersten Stunde und langjähriger Vorsitzender des Vereins ist Klaus Helmes. "In den achtziger Jahren war die Kapelle eine Ruine. Sie sah aus wie der Xantener Dom im Krieg. Wasser tropfte durch die Decke, und die Fensterscheiben waren eingeworfen", erzählte Helmes, als die CDU-Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss jetzt im Rahmen ihrer Wahlkampftour in Ossenberg zu Gast war.

In den neunziger Jahren fassten sich einige engagierte Ossenberger ein Herz und beschlossen, die Kapelle von Grund auf zu sanieren. Helmes: "Damit haben wir 1999 begonnen. Und 2001 ist die Kapelle, die um 1150 erstmals urkundlich erwähnt wurde, eingeweiht worden."

Bundestagsabgeordneter Sabine Weiss besichtigte sie zusammen mit (v.l.) Tobias Faasen, Klaus Helmes, Klaus Wittmann und Sarah Stantscheff. FOTO: Uwe Plien

Fast alles wurde erneuert: Dachstuhl und Dach, das Mauerwerk wurde außen neu verfugt und innen verputzt, das Mobiliar und der Altar wurden aufgearbeitet. Fast täglich arbeiteten rund 25 Ehrenamtliche mit. Architekt Markus Kasuch hatte die Kosten auf 800.000 Mark geschätzt, durch die Muskelhypothek reichte allerdings die Hälfte. Das Geld kam aus Denkmalschutzmitteln, von Sponsoren und durch Mitgliedsbeiträge zusammen.

1994 gründeten dann 28 Ossenberger den Verein zur Erhaltung der Schlosskapelle. "Heute haben wir 150 Mitglieder und nehmen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 25 Euro. Das reicht, um einen Teil unserer jährlichen Betriebskosten von 4000 bis 5000 Euro zu decken. Wir bekommen ja keine Unterstützung, wir müssen sämtliche Mittel selbst aufbringen."

Dazu tragen unter anderem die Hochzeiten bei. "Die Kapelle ist ein beliebter Ort für Eheschließungen. Viele Paare kommen sogar von weiter her zu uns", so Klaus Helmes. "Die Brautleute finden uns übers Internet." 2016 wurde 18 Mal an der Graf-Luitpold-Straße geheiratet, in diesem Jahr sogar schon 20 Mal.

Die Schlosskapelle ist ein Simultaneum - sie ist ebenso katholisch wie evangelisch. Helmes: "Das hat mit der Geschichte der Grafenfamilie Berghe von Trips zu tun, der das Schloss und damit auch die Kapelle gehörte. Sie war teils katholisch, teils evangelisch." Als Clemens Reichsgraf Berghe von Trips 1992 starb, übernahm Karen Herzogin von Urach die Immobilien. Helmes: "Mit ihr hat der Verein einen Erbbaurechtsvertrag über 50 Jahre abgeschlossen." Sabine Weiss war beeindruckt vom Engagement des Vereins. "Was Sie hier leisten, ist großartig", lobte die Politikerin.

Quelle: RP
 
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