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Rheinberg
Vorerst kommen keine neuen Flüchtlinge

Rheinberg: Vorerst kommen keine neuen Flüchtlinge
Siegfried Pajonkowski, Mitarbeiter einer Essener Malerfirma, hatte gestern im Neubau am Melkweg noch allerhand zu tun. Am 22. Dezember soll das neue Gebäude bezugsfertig sein. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Landeseinrichtung im alten Orsoyer Krankenhaus soll vor Weihnachten wieder belegt werden. Weil dort bis zu 500 Menschen unterkommen, entspannt sich die Situation für die Stadt. Ehemaliges Fitnesscenter vorübergehend gemietet. Von Uwe Plien

Der Stadt Rheinberg werden vorerst keine neuen Flüchtlinge zugewiesen. "Die Bezirksregierung Arnsberg hat uns mitgeteilt, dass sie die Räumung der Zentralen Unterbringungseinrichtung im ehemaligen St.-Marien-Hospital in Orsoy nur als vorübergehende Schließung betrachtet und die 200 Menschen, die dort bis zur Räumung untergebracht waren, angerechnet werden", sagt Martin Tomberg, im Fachbereich Soziales der Stadt für die Flüchtlinge zuständig.

Ab dem 15. Dezember, auf jeden Fall aber noch vor Weihnachten soll die ZUE wieder belegt werden. Vermutlich zunächst das zwischenzeitlich hergerichtete Schwesternheim mit 300 Plätzen, im Januar dann das alte Krankenhaus für 200 weitere Menschen. Der Brandschutz soll dann in vollem Umfang in der Landeseinrichtung gewährleistet sein.

Die Stadt hat aktuell 450 Flüchtlinge, um die sie sich kümmern muss. Dadurch, dass die ZUE-Plätze auf das städtische Kontingent angerechnet werden, habe sich die Situation für die Stadt ein wenig entspannt. Es stehen derzeit genügend Wohnungen zur Verfügung. "Allerdings leben die Menschen dort teilweise sehr beengt, was sich momentan im Haus Melkweg 5 auch nicht ändern lässt", so Tomberg, der im Sozialausschuss ausführlich über die Lage berichtete.

Am Melkweg soll das Haus Nummer 5 bald vorübergehend leergezogen werden, damit es hergerichtet werden kann. Martin Tomberg: "Wenn uns im März oder April wieder Flüchtlinge zugeteilt werden, wollen wir vorbereitet sein." Am Melkweg steht der zweite Neubau kurz vor der Fertigstellung. Gestern waren dort noch die Maler zugange, am 22. Dezember soll das Haus übergeben werden und bezugsfertig sein. Maximal 42 Menschen werden in dem Flachbau Platz finden. Unterdessen stehen die beiden Container an der Orsoyer Grundschule für jeweils zwölf Bewohner leer. Bisher waren sie Ersatzraum, bald sollen die noch gut erhaltenen Container ab- und an der St.-Peter-Grundschule in Rheinberg wieder aufgebaut werden.

In Ossenberg sind die vier Räume im Altbau der früheren Grundschule mit 41 Bewohnern belegt. Von Familien bewohnt sind nach wie vor die beiden Häuser in der Solvay-Siedlung, die die Stadt von Solvay angemietet hat. Bereits seit Oktober wird die ehemalige Awo-Seniorenbegegnungsstätte zwischen Innen-und Außenwall genutzt. Derzeit leben dort allerdings nur vier Personen. Dieses Gebäude, das bald abgerissen werden soll, steht in erster Linien Familien zur Verfügung.

Für zunächst drei Monate hat die Stadt das ehemalige Fitnesscenter an der Neuweide (gegenüber Möbelhaus Gottwald) angemietet - "zur Beseitigung von Engpässen", wie Ralf Chowanietz, Fachbereichsleiter Immobilienwirtschaft, sagte. Bis zu 80 Menschen können dort wohnen, momentan sind es 30. "Wir haben diese Immobilie vorsichtshalber angemietet, weil wir nicht wussten, wie es nach der Räumung der ZUE weitergeht", so Chowanietz. Ende Januar läuft der Mietvertrag aus, er sieht allerdings eine Verlängerungsoption vor.

Unter den 450 Flüchtlingen seien rund 130 aus Balkanstaaten. Ihnen sei bewusst, dass sie keine großen Chance auf ein Bleiberecht hätten. "Einige reisen zurück, bevor sie ausgewiesen werden, weil sie wissen, dass damit ein Einreiseverbot verbunden ist", so Martin Tomberg.

Quelle: RP
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