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Alpen
Vorsorge zur Rettung des Schulstandortes Alpen

Alpen. Die Schulausschüsse der Stadt Rheinberg und der Gemeinde Alpen beraten gemeinsame Erklärung - Notlösung wäre Gesamtschule an zwei Standorten. Von Bernfried Paus

Rheinberg und Alpen wollen partnerschaftlich dafür sorgen, den zuletzt wackligen Schulstandort Alpen auf Sicht zu retten. Die Nachbarn treffen sich am Donnerstag, 24. November, in der Bibliothek des Alpener Schulzentrums zu einer Sitzung der Kategorie Geschichtsstunde. Dann wollen die Schulausschüsse beider Kommunen mit einem sogenannten Vorratsbeschluss vorsorglich sicherzustellen, dass Schüler aus Alpen nach der Grundschule bis zum mittleren Abschluss auf jeden Fall weiter am Ort zur Schule gehen können. Und das auf lange Sicht.

Für die Planungssicherhei soll eine Erklärung beschlossen werden, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Der vorliegende Entwurf wird zunächst in der gemeinsamen Sitzung erörtert. Dann stimmen beide Gremien getrennt ab. Hintergrund des mit Spannung erwarteten Szenarios: Die Sekundarschule, Kooperationspartnerin der Europaschule, hat es mit 57 Anmeldungen im Sommer nur auf zwei fünfte Klassen gebracht - zu wenig auf Dauer.

Die Erklärung benennt schulorganisatorische Maßnahmen für den Fall, dass die Anmeldezahlen der Sekundarschule "nicht mehr für einen geordneten Schulbetrieb ausreichen und keine Genehmigung eines eigenständigen Weiterbetriebs zu erwarten ist". Sekundarschulen müssen "mindestens drei Parallelklassen" pro Jahrgang haben. Das ist in der aktuellen Eingangsstufe erstmals nicht der Fall, während alle weiteren Jahrgänge aufgrund zahlreicher Rückläufer von Gymnasien und Realschulen vierzügig sind. Auch für die Fünfer wird inzwischen überlegt, auf drei Züge zu gehen.

Daher ist der Behauptungswille von Sekundarschulleiter Tilman Latzel und seinem Kollegium trotz der jüngsten Anmeldeschwäche ungebrochen. Sie sind weiter davon überzeugt, ihr Angebot als "kleine Gesamtschule" in den Köpfen Alpener Eltern fest zu verankern und damit aus eigener Kraft die Eigenständigkeit erhalten zu können.

Gleichzeitig haben die Verantwortlichen der Gemeinschaftschule sowie die Schulpolitiker im Stadthaus ein großes Interesse daran, den "Status quo" als Modellversuch möglichst bis zum Sommer 2020 zu erhalten. Denn der sichert ein pädagogisches Plus beispielsweise durch großzügig bemessenes Personal.

Das vorm Schulfrieden im Land ersonnene Modell läuft nach derzeitigem Stand ab dem Schuljahr 20/21 aus und wandelt sich "definitiv" von Schuljahr zu Schuljahr zur Gesamtschule. Schüler, die heute an der Europaschule unterrichtet werden, genießen aber bis zum Abitur die Vorzüge des Modells. Rheinberg ist bei anhaltender Schwäche der Sekundarschule zur Zusammenarbeit mit Alpen verpflichtet, um "ein regional ausgewogenes Schulangebot" zu garantieren. So könnte der erste Schritt hin zur Gesamtschule an zwei Standorten schon früher gemacht werden.

Vorausgesetzt, beide Rät verständigen sich auf die schulpolitische Erklärung, bringt das mindestens ein Jahr Luft. Das bedeutet: Unabhängig davon, ob die Sekundarschule bei der Anmeldung im Frühjahr die Dreizügigkeit für das neue Schuljahr 2017/18 schafft, würde die Bezirksregierung den aktuellen Status beider Schulen nicht antasten. Diese Toleranz, so ist bei einem Erörterungsgespräch aller Partner in Düsseldorf vereinbart worden, verlängert sich mit jedem Schuljahr, in dem die Sekundarschule die Hürde von 60 Anmeldungen nimmt.

Voraussetzung aber bleibt die Vorsorge für den Fall, den alle möglichst vermeiden wollen: Reißt Alpen im Frühjahr die 60er-Marke, fusionieren Europa- und Sekundarschule zum Schuljahr 2018/19 - zur Gesamtschule Rheinberg mit dem Teilstandort Alpen. Hier werden voraussichtlich drei Züge bis zur Jahrgangsstufe 10 unterrichtet.

Träger der Gesamtschule mit Oberstufe in Rheinberg würde ein Zweckverband. Die Europaschule würde ein Jahr früher startende Gesamtschule. Dazu bedürfte es eines Ratsbeschlusses. Noch bleibt das Ziel, dass für die Europaschule erst im Sommer 2020 die neue Zeit anbricht.

Quelle: RP
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