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Rheinberg
Waffen für die Schlacht ums Kloster

Rheinberg. Das Rheinberger Ehepaar Schneevoigt ist spezialisiert auf das Mittelalter. Nun sorgt es in Goch für ein Spektakel. Von Erwin Kohl

Wer "Das Kontor" am Rheinberger Markt betritt, fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Schwerter, Lanzen und mittelalterliche Kleidung dominieren das Ambiente. Das Ehepaar Uwe Schneevoigt und Angela Schneevoigt-van Dyck stellt detailgetreue Waffen und Kleidung aus der Zeit von 1300 bis 1500 her und verkauft sie an Kunden aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Sie führen auch das Leben der Rittersleut' bei Mittelaltermärkten vor. Am Wochenende setzen sie bei der "Schlacht um Kloster Grafenthal" in Goch (Samstag 11-22 Uhr, Sonntag 11-18 Uhr) noch einen drauf.

"Wir entführen das Publikum ins Jahr 1474, die Zeit der Burgunderkriege, in der auch diese Schlacht geschlagen wurde. Das war eine wichtige Phase für ganz Europa. Die Grenzen des heutigen Frankreich wurden festgelegt", erklärt Uwe Schneevoigt.

Mittelalter-Darsteller aus der Ukraine bis Portugal reisen nach Goch, um das Aufeinandertreffen des Burgunderherzogs Karl der Kühne und des deutschen Kaisers Friedrich III. möglichst korrekt wiederzugeben. "Die Darstellung findet mit authentisch nachgebauter Ausrüstung statt. Da im ausklingenden Mittelalter das Schießpulver bereits erfunden war, kommen auch Kanonen und Handfeuerwaffen zum Einsatz", sagt Schneevoigt. 42 Kilogramm Schwarzpulver werden verballert, um die erwarteten 4000 Besucher in Spannung zu versetzen.

Damit niemand verletzt wird, kontrollieren sogenannte Mastergunner, ausgebildete Feuerwerker, die Schusswechsel. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm. So werden verschiedene Kampfkunstschulen mittelalterliche Schwerttechniken vorführen. In offenen Lagern erhalten Besucher Einblicke ins Leben der vergangenen Epoche; sie können mit den Darstellern ins Gespräch kommen, einen Blick in den Kochtopf werfen. Damit die Hobby-Ritter ihre überlieferten Rezepte auf die Teller bringen können, versorgt der Veranstalter sie mit Zutaten. Schneevoigt: "Wir stellen Nahrungsmittel zur Verfügung, die es im Mittelalter gab. Zum Beispiel rote Rüben, Pastinaken und Hartweizengrieß."

Während sich die Kleinen auf einem Strohspielplatz vergnügen, können ihre Eltern spannende Kämpfe verfolgen. Einstudiert sind sie nicht, der Ausgang ist unklar, sagt Uwe Schneevoigt: "Eine Choreographie gibt es nicht. Die Klingen sind zwar stumpf, aber es ist trotzdem nicht ganz ungefährlich."

Quelle: RP
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