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Alpen
Warnruf aus der "Daten-Diaspora"

Alpen. Auch Grünen-Sprecher Nienhaus kritisiert Bürgermeister-Brief zur Glasfaser.

Das Sommergrollen um die Neutralitätspflicht um Rennen um die Breitbandkunden in Alpen geht weiter. Nach der Kritik von SPD-Fraktionschef Jörg Banemann an Bürgermeister Thomas Ahls haben gestern Grünen nachgelegt.

Fraktionssprecher Peter Nienhaus wundert sich über die im Rathaus reklamierte, selbst auferlegte Neutralitätsmarschroute im Rennen der beiden Anbieter Telekom und Deutsche Glasfaser. Auch er zitiert das Schreiben des Bürgermeisters, das Anfang Juli bereits an alle Haushalte in der Gemeinde verschickt worden sei. "Da hat sich die Verwaltung ausschließlich auf das Abkommen mit der Deutschen Glasfaser bezogen als Partner für innovative Glasfasernetze", so Nienhaus.

Während Ahls inzwischen eingeräumt hat, dass er die Kritik an dem Brief durchaus nachvollziehen können und darauf verwiesen hat, dass er das Engagement der Telekom für eine zukunftsfeste Netzinfrastruktur in gleicher Weise schätzt, ergreift der Grünen-Politiker seinerseits eindeutig Partei. Peter Nienhaus stellt die plakative Ankündigung der Deutschen Glasfaser infrage, dass der Anschluss an ihr Netz kostenlos sein werde. "Ist die Deutsche Glasfaser das Sozialamt für Kommunikation?", lautet seine polemische Frage. Dass die Kosten in der Anfangsphase so günstig seien, erklärt er damit, dass das Unternehmen so die angepeilten 40 Prozent Marktanteil erreichen möchte.

Zudem äußert der Grünen-Sprecher erhebliche Zweifel am "in der Branche umstrittenen Trenching-Verfahren" bei Verlegung des Glasfaserkabels. Durch die geringe Tiefe im Boden seien "mögliche Schäden programmiert".

Überhaupt, so wird Nienhaus grundsätzlich, frage er sich, "ob wir wirklich eine unendlich hohe Datenmenge zur Übertragung im Alltag benötigen". Ihm würde, derzeit noch "in der Diaspora der Datenwelt" eine Steigerung der Leistungskapazität auf bis zu 100 Mbit/s, wie sie die Telekom anbietet, "in meinem Homeoffice reichen".

Dagegen würden "viele sinnlose, gesellschaftlich fragwürdige Spiele" große Datenübertragungsmengen erfordern. Er fühle sich in dieser Ansicht gerade jetzt durch "die Häufung von Amokläufen" bestärkt, so Nienhaus. Er plädiert dafür, "technischen Fortschritt immer auch auf die Folgen für die Gesellschaft zu überprüfen".

(bp)
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