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Rheinberg
Warten auf die Königin der Instrumente

Rheinberg: Warten auf die Königin der Instrumente
Das Berkelbarock Trio in Rheinberg: Organist Gijs van Schoonhoven, Sopranistin Evelyn Ziegler und Flötistin Hanne Feldhaus FOTO: Christoph Bartusek
Rheinberg. Der Rheinberger Abendmusik fehlte am Sonntag die große Orgel. Dann hätte das Konzert ein Erlebnis barocker Tanzmusik werden können. Von Peter Gottschlich

Organist und Konzertorganisator Christoph Bartusek musste das Programm für das Abendkonzert in der St.-Peter-Kirche kurzfristig zu ändern. Das Berkelbarock Trio gab am Sonntagabend nicht die Suite aus Deuxiéme Livre zum Besten, die von Barockkomponist Jaques Hotteterre für die Königin der Instrumente komponiert wurde. Dazu spielte Trio-Mitglied Gijs von Schoonhoven den Choral "Wo soll in fliehen hin", der mit Tanzvariationen von Dietrich Buxtehude geschrieben wurde, auf einer kleinen Truhenorgel. Die konnte nicht das Klangvolumen der großen Orgel von St. Peter erzeugen, die einen solchen Choral erst zu einem musikalischen Erlebnis werden lässt.

"Wir sind leidgeprüft", sagte Christoph Bartusek zur Begrüßung bei der Abendmusik, während er in das Gewölbe über der Orgel blickte, auf deren Bespielbarkeit die Musikfreunde warten. "Es gibt einen Wasserschaden im Dach, über den berichtet wurde. Die Orgel ist nicht bespielbar, ohne zu riskieren, sie zu beschädigen." Denn niemand wisse genau, welche Teile in das Instrument gefallen seien und welcher Staub sich dort abgesetzt hätte, so dass beim Spielen weitere Teile beschädigt werden könnten.

Das ganze Programm hatten er und das Berkelbarock Trio aber nicht umzustellen. Denn das Konzert war vor allem als Kammermusikabend konzipiert gewesen, in der sich Orgel, Blockflöte und Sopranstimme ergänzen, um lebensfrohe Musik aus dem 16. bis 18. Jahrhundert vorzustellen.

So begleitete Organist Gijs van Schoonhoven Flötistin Hanne Feldhaus sanft, als sie die sechste Sonate von Antonio Vivaldi oder die Triosonate von Johann Sebastian Bach vortrug. Oder er unterstützte Sopranistin Evelyn Ziegler, als sie "Let us dance" von Henry Purcell oder "Danza, Danza, fanciuall" von Francesco Durante sang. Dabei war "Danza, Danza" gleichzeitig der Titel des Konzertabends.

Das Trio, das sich nach dem westfälischen Flüsschen Berkel nennt, in dessen Nähe alle leben, ersetzte die ausgefallene Suite von Jaques Hotteterre durch einige kurze Gesangsstücke von Henry Purcell - zum Beispiel "If music be the food of love".

Die barocke Tanzmusik kam bei den 80 Besuchern an. Sie bedachten die drei Künstler mit viel Applaus. Dafür wurden sie von ihnen mit der Kantate "Die Landlust" von Georg Philipp Telemann belohnt.

Nach dem Konzert blickte Christoph Bartusek auf das nächste. "Ich hoffe, dass die Orgel Mitte, spätestens bis Ende Februar gereinigt werden kann", sagte er. Schließlich steht Mitte März das nächste Konzert an. Andreas Warler, Organist aus dem Kloster Steinfeld in der Eifel, stellt am Sonntag, 13. März, Orgeltänze vor. Dabei spannt er einen Bogen von Komponisten aus der Renaissance bis zum Heute.

Quelle: RP
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