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Rheinberg
Wasser wird für Bauarbeiten umgeleitet

Rheinberg: Wasser wird für Bauarbeiten umgeleitet
Wenn das Wasser 170 Meter durch die Heberleitung geflossen ist, strömt es zurück in den Moersbach beziehungsweise in die Fossa. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Arbeiten für den Einbau einer Sohlgleite an der Rheinberger Moersbach-/Fossa-Schleuse haben begonnen. Es werden große Natursteinriegel eingesetzt, die kleine Becken bilden. Bald können Fische die Schleuse überwinden. Von Uwe Plien

1500 Liter Wasser fließt pro Sekunde durch die dicken Metallrohre, die seit einigen Tagen am Schleusenbauwerk an Fossa/Moersbach zwischen Rheinstraße und Am Kanal verlaufen. Das ist der allergrößte Teil des Wassers, das im Zuständigkeitsbereich der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (Lineg) anfällt. "Alles aus den Gewässern in Krefeld-Niep, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Moers fließt durch die Rheinberger Schleuse in den Altrhein und dann weiter in den Rhein", sagt Lineg-Pressesprecherin Elke Wimmer.

Die ein Meter dicken Rohre sind Teil einer Heberleitung, die das Wasser auf einer Länge von 170 Metern umleitet, damit der Gewässergraben trocken fallen kann. Diese Heberleitung arbeitet ohne Pumpen. Das bedeutet: Durch den atmosphärischen Druck überwindet das Wasser quasi von selbst einen Höhenunterschied. So, als sauge man Wasser mit dem Mund durch einen kleinen Schlauch an und lasse es anschließend fließen. Hinter der Rheinberger Schleuse, kurz vor dem Anschluss an den Altrhein, strömen die Wassermassen aus einem Rohr spektakulär zurück in den Gewässergraben.

Das von den Spaniern im 17. Jahrhundert gebaute, denkmalgeschützte Schleusenbauwerk wird umgebaut, ohne dass die Grundstrukturen verändert werden dürfen. Weil die Europäische Wasserrahmenrichtlinie es verlangt, wird die Schleuse gewissermaßen barrierefrei angelegt. Es wird eine sogenannte Sohlgleite eingebaut.

Christian Wilhelm vom Ingenieurbüro Floecksmühle und Gesa Amstutz von der Lineg begleiten das Projekt federführend. FOTO: Fischer Armin

"Die Brasse als größter Flussfisch in der Region soll künftig die Möglichkeit haben, vom Rhein aus in den Moersbach aufzusteigen", erläutert Christian Wilhelm. Der Wasserbauingenieur arbeitet für das Büro Floecksmühle, das die Planungen für das Rheinberger Projekt von Beginn an begleitet hat. Der Graben ist schon weitgehend trocken gefallen. Zunächst wird nun der Kampfmittelräumdienst mit dem Bagger anrücken und überprüfen, ob sich explosive Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg in der Erde befinden.

"Danach fangen dann die eigentlichen Umbauarbeiten an. Sie werden von der Firma Strabag durchgeführt", erläutert Gesa Amstutz, Planerin bei der Lineg. Auf einem 70-Meter-Teilstück des Gewässers werden im Abstand von drei Metern Natursteinriegel aus Grauwacke mit einem Durchmesser von jeweils 70 Zentimetern eingesetzt. Dadurch entstehen kleine Becken, die die Fließgeschwindigkeit verlangsamen und dafür sorgen, dass Brassen sowie andere Fische und Kleinlebewesen die Schleuse überwinden können.

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Der Fortgang sei allerdings abhängig vom Wetter, teilte die Lineg mit.

Quelle: RP
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