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Rheinberg
Wasserbüffel für den Orsoyer Rheinbogen

Rheinberg. Nach fast vier Jahren steht das von der EU-geförderte Life-Projekt "Orsoyer Rheinbogen im Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein" wenige Monate vor dem Abschluss. "Neben der Erstellung von Berichten geht es noch darum, die Beweidung zu installieren und Wasserbüffel anzuschaffen", erläutert Regina Müller von der Biologischen Station im Kreis Wesel. Zeit also, über Erfahrungen zu berichten, sich aber auch fachlich mit Beteiligten aus ähnlichen Projekten auszutauschen. Unter dem Titel "Welche Aue hätten S' denn gerne?" trafen sich auf Initiative der Biologischen Station gestern rund 50 Teilnehmer zur Fachtagung in der Rheinberger Stadthalle. Neben Experten aus allen Ebenen zwischen Gemeinde und Land waren auch Privatleute gekommen, um zu diskutieren. Erfahrungsberichte gab es unter anderem aus dem Emsland, Soest und von der Unterelbe.

"Die Flussaue am Rheinbogen steht im Zentrum verschiedener Interessenten", sagt Regina Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Biologischen Station im Kreis Wesel. Die Einrichtung hatte das Life-Projekt initiiert und auch durchgeführt. Land- und Forstwirtschaft, Kiesabbau, Tourismus und Freizeit, Hochwasserschutz sowie Natur- und Artenschutz sind die Hauptanliegen, und alle Bereiche haben verschiedene Vorstellungen davon, wie eine Aue aussehen kann. "Diese Ansprüche unter einen Hut zu bekommen, war die Kunst", schildert Müller. Doch anders als bei anderen Projekten sei man in Orsoy in der komfortablen Situation gewesen, dass man guten Kontakt zu den im Projektgebiet ansässigen Landwirten hatte. Eine gute Voraussetzung.

Größtes, aber keinesfalls unlösbares Problem für das Life-Projekt im rund 400 Hektar umfassenden Gebiet im Orsoyer Rheinbogen: Die Entwicklung der Natur hatte den schon lange bestehenden Rekultivierungsplan für das Gebiet überholt. So hatten sich beispielsweise gefährdete Arten von Wiesenvögeln auf Flächen angesiedelt, die im Plan für einen Wald vorgesehen waren. "Wir mussten uns also mit sehr vielen Leuten an einen Tisch setzen, um den Plan so anzupassen, dass am Ende die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind", berichtet die wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Wie es im Orsoyer Rheinbogen derzeit ausschaut, davon können sich die Tagungsteilnehmer heute ein Bild machen. Außerdem steht auch ein Besuch der naturnah umgestalteten Lippemündung in Wesel an. Mit etwas Glück zumindest. "Der Wetterbericht hat Hochwasser prognostiziert", schmunzelt Müller.

(nmb)
 
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