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Rheinberg
Wegfliegen mit Krautrock von Jane

Rheinberg. Er sei drei Jahre jünger als Keith Richards, der Gitarrist der Rolling Stones, kokettiert Charly Maucher mit seinem Alter. Der 68-Jährige ist im Rock der "Krauts" eine Legende, wie sich deutsche Rockmusiker in Anlehnung an das englische Schimpfwort für die Deutschen seit den 1970er Jahren nennen. Seit 45 Jahren ist er Bassist der Gruppe Jane, die heute Peter Pankas Jane heißt - nach Frontmann und Schlagzeuger Peter Panka, der vor acht Jahren starb. Von Peter Gottschlich

Charly Maucher ist der Einzige aus der ursprünglichen Besetzung dieser Hannoveraner Gruppe, die 1978 mit dem Doppel-Album "Live at Home" eine Silberne Schallplatte bekam, weil es über 125 000 Mal verkauft wurde. Jetzt gastierte er im Schwarzen Adler - mit der aktuellen Besetzung von Jane.

Die besteht aus hochkarätigen Musikern: Liedgitarrist Klaus Walz spielte bereits bei "Epitaph" und hat als 66-Jähriger das Gitarrenspielen noch nicht verlernt, wie er in einem Gitarrensolo im Stück "Windows - Spain" bewies. Schlagzeuger Fritz Randow hat sein Handwerk ebenfalls bei "Epitaph" gelernt, dessen Meisterschaft er in einem fünfminütigen Solo beim Stück "Fly away" zeigte. Gitarrist Niklas Turmann steuerte sein Riffs schon der Band "Chrystal Breed" und der Gruppe um Ex-Scorpions-Gitarrist Uli Jon Roth bei. Das hat er mit Keyboarder Corvin Bahn gemeinsam. Normalerweise spielen diese fünf Musiker vor mehr als 130 Zuhörern wie im Schwarzen Adler.

"Wir haben ein halbes Jahr nicht zusammen geübt", sagte Charly Maucher schmunzelnd zum Beginn ihrer Konzertsaison. Doch davon war nicht viel zu merken, als die Musiker von Jane ihren Sound präsentierten, der von dem Kopf der Band als "zwischen Psychedelic-Rock und Progressiv-Rock" beschrieben wird. Es ist eine Musik zum Wegfliegen, wie es in ihrem Stück "Fly Away" heißt, das mit 15 Minuten das längste in ihrem Programm ist. Da hieß es für die Fans, die zum Teil aus 50 Kilometer Umgebung angereist waren: Augen zu und abheben. Die Stücke sind geprägt von langen Soli, selbst wenn die meisten nicht ganz so lang sind wie bei "Fly Away" oder "Windows", sondern durchaus auch einmal nach fünf Minuten enden können, wie in den Songs "Daytime" oder "Grown".

Die Musiker um Charly Maucher spielten sich in Vierbaum richtig ein. Schließlich stehen sie in nächsten Wochen auf größeren Bühnen. Zum Beispiel gastieren sie am 18. Juli vor erwarteten 1000 Zuhörern im schweizerischen Aarburg oder am 1. August vor 5000 Zuhörern bei Rock-of-Ages-Festival in Seebronn bei Stuttgart.

Quelle: RP
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