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Rheinberg
Wej leren Nederlands

Rheinberg. An der Gemeinschaftsschule Rheinberg soll bald auch Niederländisch Unterrichtssprache sein. In dieser Woche wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die Zertifizierung als Europaschule erfüllt sind. Von Linda Nitsch

In der Gemeinschaftsschule Rheinberg stehen einige Veränderungen an – "bilingualer Unterricht" ist das Stichwort. Was bedeutet: Deutsch wird bald nicht mehr die einzige Unterrichtssprache sein. Die Fächerkombination Gesellschaftslehre, die sich aus Geschichte, Erdkunde und Politik zusammensetzt, wird bald auf Niederländisch angeboten. "Wej leren Nederlands" heißt dann die Devise – wir lernen auf Niederländisch.

Ab Jahrgangsstufe 6

Als Fremdsprache wird Niederländisch ab der Jahrgangsstufe sechs unterrichtet. Nachdem die Mädchen und Jungen erste Sprachkompetenzen entwickelt haben, können sie sich dann nach dem ersten Unterrichtsjahr entscheiden, ob sie Niederländisch zu ihrem Neigungsschwerpunkt machen möchten.

Der "bilinguale Unterricht" wird in den Jahrgangsstufen sieben bis zehn mit mindestens drei Wochenstunden erteilt. In diesen Unterrichtsstunden soll eine erhöhte Sprachkompetenz in Niederländisch erreicht werden. "Unser Ziel ist es, dass die Schüler am Ende der zehnten Klasse fließend Niederländisch sprechen können", so Schulleiter der Gemeinschaftsschule Norbert Giesen, "allerdings steht auch die Vertiefung der bikulturellen Kompetenz im Vordergrund".

Um den Schülerinnen und Schülern aus Rheinberg die Kultur des Nachbarlandes nahe zu bringen, steht die Gemeinschaftsschule in engem Kontakt mit zwei niederländischen Schulen: dem Pallas-Athene-College in Ede (Gelderland) und dem Merletcollege in Cuijk (Limburg). Gemeinsame Projekte mit diesen Schulen sind in Planung, so soll es zum Beispiel zu Begegnungen mit gleichaltrigen niederländischen Schülern kommen. Auch soll ein regelmäßiger Austausch durch E-Mail-Kontakte zwischen den Schülern gehalten werden.

An der Gemeinschaftsschule gibt es drei Lehrer, die zukünftig für den "bilingualen Unterricht" zuständig sein werden: Thomas Ververs, Sarah Schepers und Christian Drummen. Die erste Reaktion auf dieses neue Konzept hat Schulleiter Giesen bei den Anmeldungen für die neuen Fünftklässler abgefragt. "Das Niederländisch-Angebot stößt anscheinend auf großes Interesse", so Norbert Giesen, "gut 50 Prozent der Eltern konnten sich das Konzept für ihre Kinder vorstellen".  

Das Bilinguale Unterrichtsangebot ist allerdings nur ein Teil der anstehenden Veränderungen an der Gemeinschaftsschule. Da die nun zu einer Europaschule werden will, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. So müssen zum Beispiel zwei weitere Fremdsprachen außer Englisch angeboten werden, internationale Projekte und Partnerschaften bestehen und eine Ausrichtung des Schulprogramms am Europaprofil bestehen.

Internationales Angebot

In dieser Woche wird vom zuständigen Schulministerialrat geprüft, ob die Rheinberger Gemeinschaftsschule den Voraussetzungen für eine Zertifizierung zur Europaschule entspricht. "Wenn wir in diesem Jahr noch nicht zertifiziert werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es so weit ist", meint Giesen, "schließlich sind wir gerade dabei das internationale Angebot an unserer Schule Schritt für Schritt auszubauen".

 

(RP/rl)
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