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Alpen
Weltrekordmann lässt die Hüllen fallen

Alpen. Klaus-Peter Beier (47) aus Alpen startet seinen nächsten Rekordversuch, im größten Computermuseum der Welt. Von Bernfried Paus

Klaus Peter Beier (47) lässt die Hüllen fallen. In aller Öffentlichkeit. Fernsehkameras werden's festhalten, um die Bilder in die Wohnstuben zu übetragen. Schließlich soll's ein historischer Moment werden, der seinen Niederschlag finden soll im Guinnessbuch der Rekorde. Dazu baut der Alpener im Auditorium des Heinz Nixdorf Forums (HNF) in Paderborn 12.550 CD-Hüllen auf zur längsten Dominokette dieser Art, die die Welt je hat einstürzen gesehen. Der aktuelle Weltrekordhalter aus Österreich hat rund 10.226 Hüllen in einer Kettenreaktion zu Fall gebracht. Am Sonntag, 5. Februar, soll diese Marke Geschichte sein und Beier eine neue Seite im Buch der Rekorde aufgeschlagen haben.

Es wäre bereits die fünfte Bestmarke, die der Industriemechaniker im Buch der Rekorde gesetzt hat. Der auch unter dem Künstlernamen "Coasterman" bekannte Weltrekordjäger hat bereits 14 verrückte Ideen in die Tat umgesetzt. Nicht alle sind amtlich. "Aber immer hat's gepasst", sagt er mit dem Selbstbewusstsein des Meisters, dem keine Herausforderung zu groß ist.

Angefangen hat alles Ende der 80er Jahre mit einer mehr als zehnstündigen Achterbahnfahrt. Da nahm der Rekordeifer Fahrt auf - immer für eine gute Sache. Beier baute gigantische Kugelbahnen, das größte Papierschiff der Welt - die Miniatur-Endung "chen" wagte da niemand mehr, in den Mund zu nehmen. Zuletzt knüpfte Peter Beier die bislang längste Kette aus Papier. Jetzt also will er's in Paderborn, im größten Computermuseum der Welt - natürlich im Guinness-Buch als solches geadelt - mit einer Kettenreaktion von CD-Hüllen angehen. Dafür hat er mit der Firma MediaRange, einem Spezialisten für Computer-Zubehör aus dem hessischen Bad Soden am Taunus, einen Partner gefunden. Der liefert ihm das Material - auf zwei Paletten, weil bei einem Gesamtgewicht von 700 Kilogramm eine den Lastenaufzug im HNF in die Knie zwingen würde.

Die Regeln sind streng. Ihre Einhaltung wird von einem Notar überwacht. Es dürfen ausschließlich die flachen CD-Hüllen verwendet werden, jede einzelne 5,2 Millimeter dünn und 40 Gramm leicht, der Deckel transparent, der Boden schwarz.

Den rechten Umgang mit den sensiblen Plastikteilchen hat "Coasterman" mit 200 Domino-Elementen im heimischen Wohnzimmer trainiert. Fazit: Man kann sie nur leicht geöffnet aufstellen, sonst fallen sie um. Zu weit offen dürfen sie auch nicht sein, sonst stoppt der Domino-Effekt schon vorm Ziel. "Ich hab's mit einer Art Kartenhaus ausprobiert und festgestellt, dass ich die Hüllen in Doppelreihe stellen muss, damit der Umsturz nicht ins Stocken gerät", so Beier. Am Freitag, 3. Februar, reist er in Ost-Westfalen an und beginnt am Abend mit dem Aufbau des Weltrekordversuchs. Unterstützt wird der 47-Jährige dabei von seinen Kollegen Henning Hügen und Jan Just. "Es wird wohl eine Nachtschicht werden", so Beier. Am Sonntagmittag muss im repräsentativen Auditorium, wo sonst Konzerte, Modenschauen oder Preisverleihungen stattfinden, alles auf Start stehen.

Den Anstoß gibt der Rekordjäger pünktlich um 14 Uhr. Wenn die erste Hülle fällt, gibt's "hoffentlich" kein Halten mehr. Klaus Peter Beier ist zuversichtlich, dass er's wieder packt. Und er freut sich: "Das wird ein supergeiles Wochenende."

Nur eins kann ihn doch stoppen. "Hoffentlich sind in der Nacht vor dem Weltrekordversuch keine Mäuse im Auditorium, sonst ist alles für die Katz'", umschreibt der Alpener lächelnd seine größte Sorge. Der kluge Mann baut vor. Er lässt beim Aufbau Lücken. "Damit nicht alles einstürzt, wenn mal eine Hülle umkippt", sagt Beier. Wenn der Notar den Startschuss gibt, werden alle Lücken geschlossen sein. Wenn nicht, wär' schlecht.

Quelle: RP
 
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