| 00.00 Uhr

Rheinberg
Wenn Bello verschwunden ist

Rheinberg. Gudrun und Ernst Groß betreiben mit ihrem Team in Alpen-Veen eine Tierpension, in der Hunde während der Ferien untergebracht sind. Für vier Kommunen ist sie zudem Ansprechpartnerin bei Fundhunden. Von Sabine Hannemann

Für Fundhunde, die im Raum Xanten, Sonsbeck, Kevelaer und Weeze gemeldet werden, sind Gudrun Groß und ihr Mann Ernst die erste Anlaufstelle. Von Polizei und Ordnungsamt inklusive Bereitschaftsdienst werden sie benachrichtigt. "Wir sind vertraglich gebunden und fahren dann sofort raus, um das Fundtier abzuholen", erzählt Gudrun Groß. Das kann auch zu einer Unfallstelle sein. "Wir sind froh, wenn wir den Hund lebend bergen können und Schlimmeres verhindern."

Foto im Internet

Für Gudrun Groß beginnt dann die Suche nach dem Herrchen, auch ein Foto des Hundes wird auf die eigene Homepage gesetzt. Manchmal findet der Ausreißer schnell nach Hause zurück. "Für mich der schönste Augenblick, wenn Hund und Herrchen sich beim Wiedersehen vor Freude beinahe überschlagen und glücklich vereint sind." Der Hundebesitzer wird für das "Suchpaket" zur Kasse gebeten. Anders, wenn kein Herrchen ermittelt werden kann, weil der Hund nicht gechippt war. Dann wird der Hund nach einiger Zeit vermittelt. Für sogenannte Abgabehunde sind jedoch Tierheime zuständig.

Dank Mikrochip, eine Art Personalausweis des Vierbeiners, wird über das kostenfreie Register Tasso nach weiteren Infos gesucht. "Wir melden den Hund als gefunden und erfahren, ob das Tier dort registriert ist", erzählt Gudrun Groß. Tasso ist das große kostenfreie Register, die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund dort gemeldet wurde, ist groß. Die Daten vom Hundebesitzer sind hinterlegt und machen die Rückführung möglich.

"Mit ausgesetzten Hunden haben wir es in unseren ländlichen Gegenden zur Ferienzeit kaum zu tun. Aussetzen fällt auf", erzählt die Pensionsbetreiberin weiter. "Wohl aber in den Tourismusstädten wie Xanten und Kevelaer kommt es vor." Mit fünf Städten und Gemeinden hat sie Verträge abgeschlossen. Die Abläufe ähneln sich. Wenn ein entlaufener Hund in einen Unfall verwickelt ist, ist das Alpener Team im Einsatz. Auch wenn ein Hund erkennbar längere Zeit ohne sein Herrchen herumläuft, alarmieren meist Passanten die Polizei, die wiederum das Ordnungsamt einschaltet.

Sechs Mitarbeiter

Ein weiterer Einsatzort sind Haushalte, wo Hunde und Katzen "rausgeholt" werden müssen, Kreisveterinäramt und Amtstierarzt eingeschaltet wurden. Gudrun Groß erinnert sich an einen Fall, der auch dem sechsköpfigen Mitarbeiterteam an die Substanz gegangen ist. Ein älterer Herr, der mit Hunden und Katzen in seiner Wohnung lebte, war von den Nachbarn unbemerkt verstorben. "Eine extreme Geschichte", meint sie im Rückblick. Schwierig sind auch Einsätze in sogenannten Messi-Haushalten, in denen Menschen mit ihren Tieren in gesammelten Müllbergen leben. "Wir werden vom Ordnungsamt benachrichtigt und kümmern uns um die Tiere", sagt Gudrun Groß. Menschen, die Tiere um sich sammeln, sind wiederum eine noch andere Kategorie.

Beim Thema "Besitzer von vernachlässigten Hunden" wird die sonst ruhige Gudrun Groß energisch. "Das sind Unterlassungssünder." Hunde- und Katzenhaltung ist ein Thema, bei dem sie seit Jahrzehnten zu Hause ist. Bei Vierbeinern plädiert die Labradorzüchterin für eine konsequente Erziehung. "Schlecht erzogene Hunde sorgen für einen enormen Imageschaden", weiß sie. Bei der Frage nach einem Vierbeiner rät die VDH-Züchterin zu seriösen Anbietern. "Bitte keine Vermehrer und nicht aus dem Kofferraum kaufen!"

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Wenn Bello verschwunden ist


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.