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Rheinberg
Wenn Udo Jürgens ein Kölner Junge gewesen wäre

Rheinberg. Beim Charity-Abend des Fördervereins "Der Ossi" an der Kapellenfeldstraße in Ossenberg sang Karl Timmermann. Von Erwin Kohl

Der "Ossi", dass knallrote Sparschwein des gleichnamigen Fördervereins von Concordia Ossenberg, stand erwartungsfroh auf dem Tisch, während der Sänger und Entertainer Karl Timmermann auf der Bühne des Evangelischen Gemeindehauses an der Kapellenfeldstraße dafür sorgte, dass es am Ende ordentlich gefüllt war. Einmal im Jahr lädt "Der Ossi" zu einem Charity-Abend, die Plätze sind dabei heiß begehrt. Das Problem ist nur: Es gibt keine offiziellen Eintrittskarten, Plakate, Handzettel oder einen sonstigen Hinweis auf die Veranstaltung sucht man vergeblich. "Das gehört zu unserem Konzept, die Leute sollen unbedingt kommen wollen und müssen dann halt irgendwie an eine Einladung gelangen", erklärt Werner Lampatz, der Vorsitzende von Concordia.

Mit der Einladung wird auch gleich die erste Spende fällig, dazu steht "Ossi" wie erwähnt allzeit bereit. Von den Einnahmen soll zum einen ein großer Spiegel für den Trainingsraum der Concordia angeschafft und zum anderen das alte Mobiliar im evangelischen Gemeindehaus ersetzt werden.

Unter den 80 Gästen waren neben Bewohnern der Caritas-Wohnstätte Rheinberg auch einige erst vor kurzem angekommene Flüchtlinge. Die Sprache der Musik ist international und so freuten sich alle im ersten Drittel über Hits der Bee Gees, die Timmermann mit einzigartiger Stimme fast originalgetreu coverte. Kein Wunder, dass die neue CD des Kevelaerers mit dem Titel "Favourite Coulors" die bekanntesten Songs der drei Gibb-Brüder enthält.

Daneben präsentierte Timmermann bekannte Schlager und Volkslieder. Das kam bei den Gästen gut an. "Ich habe noch nie ein derart sangesfreudiges Publikum erlebt", freute sich der pensionierte Lehrer, der seine Stimmbänder zwischendurch mit Pfefferminztee ölt.

Timmermanns ohnehin breitgefächertes Repertoire erfuhr nach einem Besuch in Köln eine für ihn außergewöhnliche Erweiterung. "Ich habe Marie-Luise Nikuta singen gehört und mir auf der Rückfahrt vorgenommen, auch mal ein Karnevalslied zu komponieren. Das Problem ist nur: Ich kann kein Kölsch."

Diesen Umstand machte der gewiefte Musiker kurzerhand zum Musiktitel und ließ die Gäste in Ossenberg den Refrain singen: "Karl kann kein Kölsch." Damit nicht genug, stellte Timmermann sich vor, wie es wäre, wenn Stars wie Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer oder Udo Jürgens ihre größten Hits mit Kölner Lokalkolorit versehen hätten. So wurde aus "Griechischer Wein" zur Freude des Publikums "Kölsch muss es sein".

Sehr schön auch seine kölsche Version des Udo-Jürgens-Titels "Dieses ehrenwerte Haus", mit dem Timmermann sich klar positionierte: "Egal ob Moslem, Hindu oder Jude - ihr müsst nicht raus - denn ihr seid in Ehrenfeld zu Haus." Nach zwei Stunden war allen klar, warum man Timmermann auch "Die Stimme für alle Fälle" nennt.

Quelle: RP
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