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Rheinberg
Werbegemeinschaft warnt: Nicht mit uns!

Rheinberg: Werbegemeinschaft warnt: Nicht mit uns!
Die Rheinberger Geschäftsleute Peter Meulmann (li.) und Klaus Neumann haben mit ihrem Antrag die Werbegemeinschaft hinter sich gebracht. Ihr Ziel: Das rote Pflaster an Holz- und Fischmarkt soll bleiben. Außerdem sagen sie: "Die Busse müssen auf jeden Fall weiterhin der Innenstadt halten." FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Einzelhändler fordern die Stadt auf, Holz- und Fischmarkt nicht zu sanieren. Der Busverkehr soll in der Stadt bleiben. Von Uwe Plien

Es brodelt in der Rheinberger Werbegemeinschaft. Bei ihrer Mitgliederversammlung im Hotel am Fischmarkt schlossen sich die Einzelhändler einstimmig und ohne Enthaltungen einem Antrag an, den Klaus Neumann (Buchhandlung Schiffer-Neumann) und Peter Meulmann (Fotoschmiede) eingebracht hatten. Darin fordert die Werbegemeinschaft als Gremium der Rheinberger Händler Rat und Verwaltung auf, "dass Holz- und Fischmarkt inklusive der Durchgangsstraße von jeglicher Umgestaltung ausgeschlossen werden, um weitere Kunden- und Arbeitsplatzverluste zu vermeiden". Das Areal sei bereits heute weitgehend barrierefrei. Nichts einzuwenden sei gegen eine Aufwertung durch Bänke oder Blumenkästen.

Der Technische Beigeordnete der Stadt, Dieter Paus, hatte in der letzten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Rande erwähnt, dass Holz- und Fischmarkt voraussichtlich 2018 neu gestaltet werden sollen. Das hatte die Einzelhändler auf den Plan gerufen.

"Wir bemerken eine große Unsicherheit in Rheinberg", sagte Peter Meulmann. "Wir fangen drei Jahre nach dem Abschluss der großen Innenstadtsanierung gerade erst an, uns davon wieder zu erholen. Das hat Arbeitsplätze und viel Umsatz gekostet. Und jetzt soll das schon wieder losgehen?"

Auch Klaus Neumann hielt gegen die Pläne: "Holz- und Fischmarkt sollen zum dritten Mal in 30 Jahren neu gemacht werden. Warum? Das Pflaster, das dort jetzt liegt, ist doch gut. Gerade erst haben wir die Hotel-Baustelle hinter uns, alles läuft wieder. In dieser Woche eröffnet der Scheffel. Da kann es nicht sein, dass die nächste Baumaßnahme ansteht. Solche Sachen sind für uns existenzbedrohend." In der Versammlung wunderte man sich darüber, "dass bei der Kassenlage der Stadt überhaupt darüber nachgedacht wird, so etwas zu machen", sagte etwa Heinz Hendricks (Volksbank Niederrhein).

Unabhängig von der Mitgliederversammlung äußerte sich auch Unternehmer Gerardus Aaldering, als Eigentümer des Lokals "Tapas im Scheffel" ebenfalls Holzmarkt-Anlieger. "Es ist nicht zu glauben, dass die Stadt das bestehende Pflaster wegnehmen will. Es hat 25 Jahre gehalten, sieht gut aus und hält noch immer. Das ist die reinste Geldverschwendung. Ich kann mit der jetzigen Situation gut leben." Auch die Pläne für den Markt gefallen ihm nicht. "Es ist ein Riesenfehler, dort ein glattes Pflaster zu verlegen. Wozu denn? Wir haben einen mittelalterlichen Stadtkern. Das Problem ist, dass die Natursteine damals falsch verlegt worden sind."

Stadtführer und Rheinberg-Historiker Werner Kehrmann hat sich die Pläne des Integrierten Handlungskonzeptes angeschaut. "Darin steht nichts von der Erneuerung des roten Pflasters an Holz- und Fischmarkt. Bei der Vorstellung des Planungsbüros Schulten geht es nur um die Neuplanung eines zentralen Platzes, der ist eindeutig gekennzeichnet als eben die Fläche des Großen Marktes." Es sehe so aus, "als ob da wieder Dinge eingeschoben werden sollen, die nur die Verwaltung haben will". Von der Politik habe er nichts dazu gehört. Kehrmann: "Ich halte das für Quatsch, was die Verwaltung vorhat."

An der Sitzung der Werbegemeinschaft nahm auch Thomas Bajorat als Wirtschaftsförderer der Stadt teil. Er sagte, dass für Holz- und Fischmarkt das Planungsverfahren noch nicht einmal begonnen habe. Die Marktgestaltung soll voraussichtlich im Frühjahr 2017 beginnen und bis zum Kastanienfest im Oktober vollendet sein.

Empört waren die Einzelhändler auch über angebliche Pläne der Stadt, den Busverkehr aus der Innenstadt herauszunehmen. Ulrike Brechwald, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, sagte: "Es gibt eine Tendenz bei der Stadt, so zu verfahren." Der Tenor in der Mitgliederversammlung lautete: "Das wäre der Tod für den Einzelhandel in der Innenstadt. Wir können nichts dafür, wenn das neue Pflaster falsch verlegt worden ist oder nicht die richtigen Steine verlegt worden sind. Da sind Planungsfehler gemacht worden, und wir sollen das ausbaden."

Quelle: RP
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