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Rheinberg
Wie Rheinberger Schüler Europa sehen

Rheinberg: Wie Rheinberger Schüler Europa sehen
Dennis und Tony (v. l.) interviewen die Schülergruppen und fragen, wie ihnen der Tag gefällt. Hanno, Justin und Alex (alle aus der 8a) geben Auskunft, bevor sie mit dem Kochen beginnen. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Sechster Europatag für 650 Jungen und Mädchen an der Gemeinschaftsschule. 37 Workshops boten genügend Stoff. Von Sabine Hannemann

Der Name Europa ist an der Rheinberger Schule Programm. Der Arbeitstitel der sechsten Europatag-Ausgabe "Traum Europäische Union - Perspektiven, Probleme und Hoffnungen" klingt zunächst eher nüchtern. Doch welche Facetten, Sorgen, Chancen und Hoffnungen sich dahinter verbergen, machten Lehrerinnen, Lehrer und 650 Jugendliche mit insgesamt 37 Workshops deutlich.

Für Lehrer Martin Reichert und seine Kollegin Nina Jansen bietet der Europatag inhaltlich sehr viel Stoff. Hinzu kommt, dass er klassen- und jahrgangsübergreifend angelegt ist. Ein besseres Kennenlernen untereinander ist gegeben. "Das heißt auch, die Jugendlichen haben sich bei der Wahl der Workshops von ihren Interessen leiten lassen", sagt Martin Reichert.

In den Schulräumen wird emsig gearbeitet, um am Nachmittag eine entsprechende Präsentation in den Fluren vorstellen zu können. "Inhaltlich sind die Workshops gut vorbereitet. Nach der Präsentation erfolgt für uns die Evaluation", sagt Reichert, sprich die Rückmeldung über den Ablauf. Im Technikraum rattern seit dem Morgen die Nähmaschinen. Eva-Marie Ritt, die als Schneiderin an der Schule in AGs aktiv ist, näht einen Rucksack. Die europäischen Wünsche "Glück und Frieden", markant aufgemalt, zieren den Rucksack.

Nähen mit und ohne Erfahrung kommt an. "Macht Spaß und wir lernen was", sagt Francise (12). Die Küche bietet internationalen Flair, es duftet nach Europa. "Wir bereiten verschiedene Kostproben vor, die wir später anbieten wollen", sagt Lehrerin Anne Nimphius. Irena Mecks und Dörte Pagenkopf konzentrieren sich in ihrem Workshop auf Frühstücksvariationen in Europa mit Croissant, Brioche, Müsli und "baked beans". Kulinarisch punktet Europa bereits. Um fair gehandelte Lebensmittel im europäischen Wirtschaftskreislauf dreht sich alles bei Nicole Weber Ferreira Santos. Sie ist die Klimaschutzbeauftragte der Stadt Rheinberg und Kooperationspartner. Welche Produkte aus weltweit nachhaltigem Anbau braucht beispielsweise ein Eisverkäufer zur Herstellung seiner Ware? Anders das politische Gesicht Europas mit seinen Flüchtlingsschicksalen. Bei Lehrerin Nadine Grundmann geht es um die Frage, welcher Flüchtling darf mit ins Boot. Sechst- und Achtklässler fällen im Rollenspiel Entscheidungen und simulieren die komplette Strecke einer Flüchtlingsroute. "Der Workshop hat zum Ziel, die Jugendlichen in eine flüchtlingsähnliche Situation zu versetzen. Sie entscheiden, welches Familienmitglied sie zurücklassen und welche Habseligkeiten mitgenommen werden", sagt Lehrerin Grundmann. Sensibel, reflektiert und ernsthaft, so lässt sich die Atmosphäre in der Onlinesimulation "Last Exit Flucht" beschreiben. Thomas Ververs hat über das Projekt Civic Unterstützung von der Düsseldorfer Staatskanzlei. Nachempfunden in einem Rollenspiel werden Entscheidungsprozesse der EU zur Flüchtlingsproblematik. Wie geht Europa mit den Flüchtlingen um? - so die Fragestellung. "Das Flüchtlingsthema gehört zu Europa. Es aufzugreifen, gehört zu unserem Auftrag als Schule", sagt Reichert.

Quelle: RP
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