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Rheinberg
Wiesenhof mit Plätzen für Kurzzeitpflege

Rheinberg: Wiesenhof mit Plätzen für Kurzzeitpflege
Helmut Reuter, 77 Jahre, ist der erste Gast in Zimmer 1 der Kurzzeitpflege im Wiesenhof. Markus Wehr, Leitung Kurzzeitpflege, misst den Blutdruck. Im Hintergrund: Beate Bollen, Assistentin der Zentrumsleitung. FOTO: arfi
Rheinberg. Das neue Angebot im Rheinberger Pflegzentrum wird bereits gut angenommen. Acht Einzel- und ein Doppelzimmer stehen zur Verfügung, alle mit eigenem Badezimmer. Krankenkasse übernimmt die Pflege- und Unterbringungskosten. Von Erwin Kohl

"Wir hatten bereits von 1996 bis 1998 die Kurzzeitpflege im Angebot. Damals waren wir einfach unserer Zeit voraus, das wurde nicht gut genug angenommen", erklärt Brigitte Kiesendahl, Leiterin des Pflegezentrums Wiesenhof in Rheinberg. In der vorigen Woche startete das Haus einen neuen Versuch und das mit deutlich größerem Erfolg gleich vom Start weg.

"Die zehn Plätze der solitären Kurzzeitpflege waren direkt belegt, die Nachfrage ist wirklich gut. So etwas gibt es ja auch kaum noch. Diese Art der Pflege ist sehr intensiv und kostspielig, deshalb haben viele Anbieter längst wieder aufgegeben", so die Leiterin. Was auf den ersten Blick wenig lohnend erscheint, kann sich für den Betreiber der Einrichtung aber langfristig durchaus rechnen. Kiesendahl: "Wir hoffen auf einen Synergieeffekt für unsere vollstationäre Pflege. Wenn die Leute einmal gesehen haben, wie schön es bei uns ist, kommen sie vielleicht später einmal zurück." Acht Einzel- und ein Doppelzimmer stehen zur Verfügung, alle mit einem großzügigen Badezimmer ausgestattet. Vier der Zimmer verfügen zudem über eine barrierefrei zu betretende Terrasse mit Blick auf den gärtnerisch neu gestalteten Innenhof, zum alten Feuerwehrturm und zur Grintekull. Gedacht ist die betrieblich eigenständige Pflegestation für Menschen, die mit der häuslichen Pflege von Angehörigen betreut sind und einfach mal eine Auszeit benötigen. Was viele nicht wissen: Die Krankenkasse übernimmt die kompletten Pflege- und Unterbringungskosten, lediglich eine Verpflegungspauschale von knapp 30 Euro täglich müssen die Gäste selber übernehmen. "Je nach Pflegestufe können dort aus den Leistungen der Pflegekasse zwischen 16 und 35 Tage zu pflegende Personen einquartiert werden", sagt Geschäftsführer Ralf Winstroth.

Aber Vorsicht, den vermeintlich am stärksten belasteten Menschen mit Angehörigen der Pflegestufe 3 wird nur eine Auszeit von 16 Tagen bezahlt, wohingegen Gäste der Stufe 1 die vollen fünf Wochen zustehen. "Der Kassenanteil ist immer derselbe, da aber der Pflegeaufwand unterschiedlich groß ist, muss der Aufenthalt kürzer sein. Das ist absolut ungerecht, aber so will es der Gesetzgeber", ärgert sich Brigitte Kiesendahl. Eine Ausnahme tritt dann ein, wenn die pflegenden Angehörigen selber einmal krank werden. Dann entsteht Bedarf an der so genannten Verhinderungspflege und die Kassen zahlen zusätzlich. Helmut Hermann Reuter ist einer der ersten Gäste. Dem 77-jährigen gefallen nicht nur die hellen und modern eingerichteten Räume, für ihn ist diese Möglichkeit ein echter Glücksfall: "Ich warte auf einen Hospizplatz in Berlin, dort lebt meine Tochter. Bis es soweit ist, bin ich hier sehr gut untergebracht."

Für eine eingehende und umfangreiche Beratung stehen Thomas Prinz oder Marita Becker bereit. Terminabsprache unter 02843 9220.

Quelle: RP
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