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Rheinberg
Willkommen ist viel mehr als ein Wort

Rheinberg: Willkommen ist viel mehr als ein Wort
Dreifache Freude auf grünem Rasen: Klaus Henne von der AG 60plus, Anke Kretz von der Caritas und Dieter Paus, Erster beigeordneter im Stadthaus haben den Bolzplatz am Melkweg gestern offiziell übergeben. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Die AG 60plus hat mit großartiger Unterstützung an der Flüchtlingsunterkunft am Melkweg einen Bolzplatz geschaffen. Von Erwin Kohl

Wenn mit Rosemarie Kaltenbach, Frank Tatzel und Peter Mokros gleich drei der fünf Kandidaten für das höchstes Amt der Stadt auflaufen, um einen Bolzplatz zu übergeben, hat das ausnahmsweise mal nichts mit Wahlkampf zu tun. Es zeigt vielmehr, dass alle an einem Strang ziehen, wenn es darum geht, den Flüchtlingen in der Stadt das Leben etwas angenehmer zu machen. Auf Initiative der AG 60plus, den Senioren in der SPD, wurde vor Monaten damit begonnen, hinterm Flüchtlingsheim am Melkweg einen 30 mal 10 Meter großen Fußballplatz anzulegen. Zudem wird in Kürze noch eine Tischtennisplatte aufgebaut. Dafür fehlen lediglich noch die Fundamente. "Wir haben die Flüchtlinge gefragt, was sie sich am meisten wünschen, und das war die Möglichkeit zu sportlicher Betätigung", berichtet Anke Kretz von der Migrationsberatung des Caritasverbandes.

Möglich gemacht wurde das Projekt, an dem der Arbeitskreis Asyl maßgeblich beteiligt war, durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, die Geld- und Sachmittel zur Verfügung gestellt haben, aber auch durch die Flüchtlinge selbst. "Wir haben das Projekt von Anfang an als Hilfe zur Selbsthilfe gesehen. Die Bewohner haben unglaublich viel Manpower eingebracht, den Außenbereich hergerichtet, beim Verlegen des Rasens geholfen und ihn im Hochsommer gewässert und gemäht", so Kretz. Dass die Flüchtlinge hier künftig Fußball spielen, freut die Caritas-Mitarbeiterin sehr: "In dieser Unterkunft leben über 100 Männer aus mehr als 20 Nationen. Der Fußball verbindet alle."

Pünktlich zur offiziellen Eröffnung konnten gestern die beiden Tore aufgestellt werden, ohne die im Fußball nichts geht. Klaus Henne von der AG 60plus freute sich nicht nur darüber: "Es zeigt, dass Willkommenskultur in Rheinberg nicht nur ein Wort ist, sondern gelebt wird. Was wir hier geschaffen haben, ist nur in einer starken Gemeinschaft möglich."

Rosemarie Kaltenbach überbrachte als Vertreterin von Bürgermeister Hans-Theo Mennicken den Dank von Rat und Verwaltung. "Flüchtlingen eine Wohnung und Essen zu geben, reicht nicht aus. Freizeit- und Sportangebote sind ebenso wichtig", betonte die Beigeordnete. Klaus Henne beendete den offiziellen Teil, indem er den Flüchtlingen den Ball zuwarf. Die ließen sich nicht zweimal bitten und stürmten den Rasen.

Einer freute sich besonders: Mohammed Al Harir spielt für sein Leben gerne Fußball. In seiner vorherigen Unterkunft in Detmold hat er sogar mal ein Turnier gewonnen, in Rheinberg fehlten ihm bislang die Trainingsmöglichkeiten. Das dürfte auch Frank Tatzel interessieren. Der Bürgermeister-Kandidat der CDU ist ja bekanntlich Vorsitzender vom TuS Rheinberg. "Wir bieten beim TuS schon Sport für Flüchtlinge an. Wer weiß, vielleicht entdecken wir ja hier ein großes Talent."

Mit Bolzplatz und Tischtennisplatte sind wichtige Schritte getan. Dass weitere folgen, dafür sorgt die Handwerkerkooperation "Im Detail". Ihre Mitglieder spenden 600 Euro für weitere Anschaffungen. "Ich wünsche mir, dass weiter gelebte Rheinberger Gastfreundschaft gezeigt wird", sagte Clemens Geßmann bei der Scheck-Übergabe.

Quelle: RP
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