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Xanten/Alpen/Rheinberg
Woher kommen die AfD-Wähler?

Xanten/Alpen/Rheinberg: Woher kommen die AfD-Wähler?
In Alpen, Sonsbeck, Rheinberg und Xanten hat die AfD viele Stimmen gewonnen. (Archivbild) FOTO: Bernd Wüstneck
Alpen. In Alpen, Sonsbeck, Rheinberg und Xanten haben die großen Parteien Federn gelassen. Gewinner sind AfD und FDP. Von Julia Lörcks, Bernfried Paus und Heinz Kühnen

Die großen Volksparteien haben verloren, gewonnen haben AfD und FDP. Das ist das Ergebnis der Bundestagswahl 2017, das sich auch in Alpen, Sonsbeck, Rheinberg und Xanten abzeichnet. Ein Überblick:

In Rheinberg haben die Wähler den beiden Volksparteien CDU und SPD in einigen Stimmbezirken im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 äußerst schmerzhafte Verluste beigebracht, die in einigen Wahllokalen zweistellig ausfielen. Profitieren konnten von der Wählerwanderung durchweg die FDP und die AfD, die beide - auf die ganze Stadt bezogen - um 6,1 Punkte zugelegt haben. Die CDU kam auf 33,2 Prozent und büßte stadtweit 5,7 Punkte ein. Die SPD sackte um 7,1 Punkte ab und landete bei 27,1 Prozent. Die Liberalen sind mit 12,2 Prozent dritte Kraft in Rheinberg vor der AfD (10,1). Grüne (6,8) und Linke (6,9) liegen gleichauf. Ein Blick in die Ortsteile lohnt. Die SPD beklagt in ihrer Hochburg Orsoy ein Minus von 10,8 Punkten und landet bei nur noch 28,2 Prozent. Die CDU gibt um 5,3 Punkte nach und kommt hier auf 26,5 Prozent. Liberale und AfD legen rund um die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) beide um 8,7 Punkte zu und liegen mit 13,7 Prozent im Rheinstädtchen gleichauf.

Signifikant sind die Verschiebungen im Alten Rathaus, wo die Genossen ein Minus von 12,2 Punkten einfuhren und unter die 30-Prozent-Marke rutschten. Die CDU kommt hier nur noch auf bescheidene 19,7 Prozent (minus 5,4). Die AfD schnellt um 11,6 Punkte nach oben auf 15,5. Die Rechtsausleger sind in der Reichelsiedlung, wo die SPD um elf Punkte nachließ, noch um 0,2 Punkte höher bewertet. Die CDU hat ihre größten Verluste in Millingen mit minus 10,7 Punkten, Eversael (minus 10) und Borth (Montessori-Schule, minus 9,9 Punkte). Nur im Stimmbezirk Sparkasse Millingen konnte die Union zulegen - um 0,02 Punkte. Bei den Briefwählern steht die CDU trotz Verlusten (minus 3,9 Punkte) mit 39,9 Prozent hoch im Kurs vor der SPD mit 25,3 Prozent (minus 5,9) und der FDP mit 13,1 Prozent (plus 6,7).

Auch in Sonsbeck haben CDU und SPD Verluste einstecken müssen. Signifikant war das nicht so sehr bei den Kandidaten bezogenen Erststimmen. Hier holte die Christdemokratin Sabine Weiss trotz eines Minus von 4,1 Prozentpunkten weniger als noch 2013 immer noch über die Hälfte der abgegebenen Stimmen - 51,13 Prozent. Bei den Zweitstimmen sank die Zustimmung für die CDU um satte 6,52 Prozentpunkte auf nur noch 43,28 Prozent. Auch die SPD musste Einbußen hinnehmen (minus 5,22 Prozentpunkte auf gerade noch 20,31 Prozent. Profitiert hat vor allem die FDP, die auf 15,9 Prozent kam (ein Plus von 9,80 Punkten). Linke (5,55 Prozent) und die AFD (5,42) legten leicht zu (1,18 und 1,96 Prozenpunkte mehr), die Grünen mussten ebenso Verluste hinnehmen (5,69 statt 6,32). Richtig dick kam es für die Christ- und Sozialdemokraten im Stimmbezirk 3 (Mensa Gesamtschule). Die CDU verlor 7,46 Punkte (jetzt 40,08 Prozent), die SPD verlor 7,61 Prozentpunkte (jetzt 20,54 Prozent). In Labbeck stürzte die SPD auf 17,89 Prozent ab. Profitiert hat vor allem die FDP, die im Stimmbezirk Gesamtschule sogar 17,4 Prozent einheimste. Die AfD kommt in Sonsbeck auf vergleichsweise kümmerliche 5,4 Prozent.

Die Wahlgewinner in Alpen heißen FDP und AfD. Beide legten um 7,9 Punkte zu. Die Liberalen haben nach ihrem Tief von vor vier Jahren (5,2 Prozent) mit 13,1 Prozent zu alter Stärke zurückgefunden und sind dritte Kraft in der Gemeinde, im Stimmbezirk 5 (Schulzentrum) ging's gar hoch auf 18,2 Prozent. Mit der AfD hat eine neue Formation auf der politischen Landkarte mit 7,9 Prozent eine Marke gesetzt. Auf der Bönninghardt kam sie in einem Stimmbezirk auf 13,4 Prozent. Die Grünen und Die Linke kommen insgesamt gerade über die Fünf-ProzentMarke. Die beiden Großen verlieren. Die CDU kann weiter auf das Krähendorf Veen setzen, obwohl sie auch da reichlich Federn lassen musste. Hier reicht's dennoch weiter für die absolute Mehrheit, von der die Union sich ansonsten deutlich entfernt hat. Insgesamt büßte die CDU 6,2 Punkte ein und kam in der Gemeinde auf 41,5 Prozent. Doch auch die SPD hat sich auf Talfahrt begeben. Sie lag bei 23,6 Prozent - ein Minus von 4,8 Punkten.

Auch in Xanten heißen die Gewinner AfD und FDP. Sabine Weiss (CDU) büßt in der Domstadt fast sieben Prozent ein, etwa genauso viele Prozentpunkte - 6,7, um genau zu sein - heimst sich Bernd Reuther (FDP) ein. Bei der SPD und AfD ist das Verhältnis ähnlich. Jürgen Preuß verliert vier Prozentpunkte, Renatus Rieger bekommt fast fünf hinzu. Auffällig: Bei den Zweitstimmen, also Stimmen für die Partei, verliert die CDU noch mehr. Hier rutscht die Partei um fast neun Punkte nach unten. Stimmen, die wohl zu den Liberalen gewandert sind. Beim Blick in die einzelnen Stimmbezirke fällt auf, dass die AfD vor allem im Mörmter (Stimmbezirk Reiterstübchen Emil Underberg) stark ist. Dort bekam sie fast 13 Prozent der Erst- und Zweitstimmen. Auch auf dem Fürstenberg zwischen Stadtmitte und Birten - wie Mörmter ein reines Wohngebiet - ist die Partei stark. Dort sind es 11,5 Prozent der Erststimmen und 10,8 Prozent der Zweitstimmen, die auf die AfD entfallen. Die FDP hingegen ist besonders in Marienbaum und Wardt stark. Dort erreichten die Liberalen mehr als 10 Prozentpunkte.

Quelle: RP
 
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