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Rheinberg
Zu schnell, aber es wird nicht kontrolliert

Rheinberg: Zu schnell, aber es wird nicht kontrolliert
Holz- und Fischmarkt in Rheinberg sind Spielstraßen. Dort gilt Schrittgeschwindigkeit, also maximal Tempo 7. Nur: Es hält sich kaum jemand daran. FOTO: Reichwein
Rheinberg. Eine ganze Reihe von Vierbaumer Bürgern war ins Stadthaus gekommen, um sich Gehör zu verschaffen. Sie möchten erreichen, dass in Vierbaum eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. Mehr als 200 Unterschriften von Befürwortern waren bereits gesammelt und Bürgermeister Frank Tatzel überreicht worden (wir berichteten). Von Uwe Plien

Die Bündnisgrünen hatten einen entsprechenden Antrag formuliert, der nun im Haupt- und Finanzausschuss zur Diskussion stand und auch umfassend diskutiert wurde.

Dennoch müssen sich die Vierbaumer vorerst noch gedulden. Denn der Ausschuss legte fest, zunächst die Verkehrsmengen zählen zu lassen, aber aus Kostengründen auf ein Lärmschutzgutachten (es würde eine vierstellige Summe kosten) zu verzichten. "Wenn wir keine Messung durchführen", so argumentierte Fachbereichsleiter Jonny Strey, "kommen wir beim Straßenbaulastträger nicht durch."

Ein Grund, warum der Punkt noch nicht entschieden wurde, war die Situation in Alt-Vierbaum (Bereich Langackerstraße). Zwar hatte Anliegerin Romy Theile nachvollziehbar geschildert, dass es dort weder Bürgersteige oder Straßenlaternen gebe, noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung bestehe, doch war Verwaltung und Politik offenbar nicht klar, dass auch Alt-Vierbaum in die Zone miteingegliedert werden solle. Deshalb wird die Situation dort zunächst einmal untersucht. Das wiederum passte Antragsteller Jürgen Bartsch (Grüne) überhaupt nicht: "Es wird sehr viel ermittelt, aber zu wenig getan", monierte er. "Wir sollten ein Signal an die Bürgerschaft geben." Das sah auch Ulla Hausmann-Radau (Grüne) so: "Warum glauben Sie den Anwohnern nicht?" fragte sie und musste sich von Herbert Becker (FDP) sagen lassen: "Weil wir objektive Zahlen haben müssen." Und Jürgen Madry (SPD) ergänzte: "Das muss Hand und Fuß haben." Wenn die Verwaltung zunächst eine Verkehrszählung mache, "sind wir auf einem guten Weg", glaubte auch Klaus Wittmann (CDU).

Die Grünen hadern auch mit dem Rheinberger Innenstadtverkehr und hatten deshalb Verkehrsregulierungen beantragt. Ihre Grundannahme (die in Rheinberg wohl niemand bezweifeln dürfte): Es wird auf Orsoyer Straße, Rheinstraße sowie Holz- und Fischmarkt zu schnell gefahren. "Und was macht die Stadt?" fragte Bartsch. "Sie verteilt Zettel. Das ist eine Bankrotterklärung. Wild-West in Rheinberg. Man muss schärfer kontrollieren." Das gelte übrigens auch für die Parksituation auf der Orsoyer Straße. Die Grünen erwarten, dass die Verwaltung aktiv wird.

Ordnungsamtschef Jonny Strey bestreitet nicht, dass zu schnell gefahren wird: "Aber das gilt auch für Radfahrer. Wir sind als Verkehrsbehörde allerdings ein zahnloser Tiger. Wir dürfen hier nicht blitzen, das darf nur die Polizei, und die hat manchmal andere Vorstellungen als wir." Die Tempo-Anzeigetafel mit dem Smiley-Gesicht, die zwischenzeitlich mal installiert worden war, sei erfolgreich gewesen. "Das haben mir die Geschäftsleute an der Rheinstraße bestätigt."

Zwischen Innenwall und Entenmarkt (auf der Rheinstraße) beziehungsweise zwischen Innenwall und Kattewall (auf der Orsoyer Straße gilt Tempo 30, zwischen der Einmündung Kattewall (Höhe Jugendamt) und dem Entenmarkt muss Schrittgeschwindigkeit gefahren werden (maximal Tempo 7), weil dort eine Spielstraßenregelung gilt.

Kontrollen oder andere Maßnahmen sind offenbar nicht geplant.

Quelle: RP
 
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