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Rheinberg
Zu viel Kartons neben Altpapiertonnen

Rheinberg: Zu viel Kartons neben Altpapiertonnen
Diese Fotos hat DLB-Chef Holger Beck an unterschiedlichsten Stellen im Stadtgebiet aufgenommen. Während oftmals viele Kartons beigestellt werden, sind die Tonnen mitunter gar nicht richtig voll. FOTO: DLB
Rheinberg. Im Rheinberger Betriebsausschuss wurde nach Lösungen gesucht. Der beigestellte Müll verteuert die Entsorgung. Von Uwe Plien

Viele Rheinberger sind undisziplinierte Müllsammler. Restmülltonnen werden oft so vollgepackt an die Straße gestellt, dass sich der Deckel nicht mehr schließen lässt. In Biotonnen werden nicht selten Dinge entdeckt, die nicht bio sind. Das führt dazu, dass im Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof komplette Wagenladungen anders klassifiziert werden und die Entsorgung dadurch deutlich teurer wird. Kosten, die auf alle Bürger umgelegt werden. Ganz besonders schlimm ist es beim Altpapier. Die Masse der beigestellten Pappkartons und Zeitungsbündel steigt ins Unermessliche und macht den Mitarbeitern des Dienstleistungsbetriebs (DLB) schwer zu schaffen.

"Einzelne Kartons, die neben die blauen Tonnen an die Straße gestellt werden, sind nicht das Problem. Dafür packen sich unsere Leute nicht", unterstrich DLB-Leiter Holger Beck bei seiner Powerpoint-Präsentation im Betriebsausschuss. Aber inzwischen stehe bald neben jeder zweiten Tonne eine Zusatzration. Eine Entwicklung, die der DLB seit zwei bis drei Jahren beobachtet. Begründet liege sie im stetig wachsenden Online-Handel. Immer mehr Menschen lassen sich Waren von Amazon & Co. in Kartons nach Hause schicken. Die Übeltäter sind übrigens meistens Privathaushalte und nicht Unternehmen.

FOTO: DLB

Einzelne Kartons in den Müllwagen zu befördern, sei viel aufwendiger, als volle Tonnen zu entleeren, erklärte Holger Beck. Das koste Zeit und Kraft. "Die Folge ist, dass wir einen zweiten Mann zum Laden auf jeden Wagen setzen müssen", so der DLB-Chef. "Und das kostet pro Jahr 35.000 Euro mehr." Wiederum Geld, das die Bürger bezahlen müssen. Der DLB hat sich auf die Suche nach Lösungen gemacht. Er hat etwa probeweise einen Siebeneinhalbtonner mit 36 Kubikmeter Fassungsvermögen hinter dem Müllfahrzeug herfahren lassen. Beck: "Nachher hatten wir 3,8 Tonnen Extra-Papiermüll von Hand eingesammelt. Der Lkw musste natürlich auch wieder von Hand entleert werden." Die Mehrkosten pro Jahr bei zwölf Abfuhrtagen im Monat: 70.000 Euro.

Wie bekommt man das Problem nun in den Griff? "Wir können generell verbieten, etwas neben die Tonnen zu stellen und nehmen dieses Altpapier dann konsequent nicht mit. So wird es zum Beispiel in den meisten Nachbarkommunen gehandhabt", so Beck. "Auf jeden Fall können wir darauf hinweisen, dass man sein Altpapier kostenlos bei uns am DLB an der Bahnhofstraße und auch am Asdonkshof abgeben kann." Eine einfache Möglichkeit sei, sich eine größere Altpapiertonne geben zu lassen, was in Rheinberg nichts kostet. Wünschenswert wären auch Absprachen mit Nachbarn, die möglicherweise noch Platz in ihren Behältern haben. Oder wenn die Pappen einfach klein gerissen würden.

Tenor im Betriebsausschuss war, den Rheinbergern möglichst nichts aufzuzwingen. "Wir halten nichts davon, einfach die Tonnen auszutauschen, denn manche Bürger möchten keine größere Tonne. Weil sie vielleicht nicht den Platz dafür haben", sagte Ausschussvorsitzender Josef Devers (CDU). Nicht die Tonnagen, sondern die Zusammensetzung des Papiers habe sich verändert. Ausgaben der Altpapiersammlung und die Erlöse durch die Vermarktung halten sich übrigens ungefähr die Waage, sagte Beigeordnete und DLB-Betriebsleiterin Rosemarie Kaltenbach. Die Ausgaben liegen bei rund 210.000 Euro pro Jahr, der Erlös bei 200.000 Euro.

Im Ausschuss verständigte man sich darauf, bis Mai - dann kommt der neue Abfallkalender - "erzieherisch" auf die Bürger einzuwirken. Man hoffe, dass man durch Appelle und Info-Blätter erreiche, dass die Rheinberger ihr Altpapier dann so entsorgen, dass es den Müllwerkern weniger Kopfzerbrechen bereitet.

Quelle: RP
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