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Rheinberg
Zusammenleben muss trainiert werden

Rheinberg: Zusammenleben muss trainiert werden
Oma Afet Guiliva mit ihren Enkelkindern vor dem Neubau Melkweg 5b. Der Flachbau Melkweg 5c ist noch nicht fertig. FOTO: armin fischer
Rheinberg. Sozialausschuss: Zahl der Flüchtlinge in Rheinberg sinkt. Gibt es bald auch in der Reichelsiedlung "Wohnscouts"? Von Uwe Plien

Die Zahl der in Rheinberg untergebrachten Flüchtlinge, für die die Stadt zuständig ist, ist weiter rückläufig. Im April lag ihre Zahl bei 207, ein Jahr zuvor waren es noch 418. Die Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Orsoy sind dabei nicht berücksichtigt. Ein Grund für den Rückgang ist, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weniger Asylbewerber anerkennt und konsequenter abschiebt.

Die Entwicklung war gestern Abend Thema im Rheinberger Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren. Dort wurde auch beleuchtet, wie sich die Wohnsituation verändert hat. Sie stellt sich deutlich entspannter dar als noch vor einigen Monaten. So ist das Gebäude Nummer 5 in der städtischen Unterkunft am Melkweg (dort hatte es einen Wasserschaden gegeben) wieder vollständig nutzbar. Der Bau des dritten Gebäudes geht voran, und die Unterkunft im Altbau der ehemaligen Ossenberger Grundschule steht inzwischen wieder leer. Der Altbau Haus Cassel an der Orsoyer Straße soll vollständig geräumt werden, das Gebäude anschließend stillgelegt werden.

Das Ziel, einen Großteil der Menschen in dezentralen Wohnungen unterzubringen, scheint zu gelingen. So leben 146 Flüchtlinge in 56 Privatwohnungen, 16 in einem städtischen Haus an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße und 21 in weiteren von der Stadt angemieteten Objekten.

Dezentrale Unterbringung - das heißt allerdings auch: Es gibt Probleme in der Nachbarschaft. Vor allem in der Reichelsiedlung, denn dort wohnen die meisten der aus Kriegs- und Krisenländern nach Deutschland geflüchteten Menschen. Weil sich die neuen Bewohner nicht mit der Mülltrennung auskennen, gibt es zuweilen Ärger. Und weil manche der Mieter in ihren vier Wänden nicht richtig lüften, bildet sich hier und da Schimmel. Dem soll nun konsequent entgegen gewirkt werden. Gezielte Aufklärung wurde im Ausschuss angekündigt. Dabei könnten auch "Wohnscouts" wie es sie in anderen Kommunen bereits gibt - Nachbarn, die hilfreiche Tipps geben und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen - gute Dienste leisten. Ob es sie künftig auch in Rheinberg gibt, wird sich zeigen. Die Verwaltung wurde gestern Abend beauftragt, zusammen mit dem neuen Quartiersmanagement West (unter anderem für die Reichelsiedlung zuständig) ein Konzept zur Verbesserung des Zusammenlebens zu entwickeln.

Über eine personelle Veränderung informierte Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach in der Sitzung, die im Stadthaus stattfand. Sozialpädagogin Maxi Decker, seit Mitte vergangenen Jahres Ehrenamtskoordinatorin des Caritasverbands Moers-Xanten, tritt zum ersten Juni eine neue Stelle an. Die Stadt, die die Kosten für die Stelle ohnehin getragen hat, will nun eine Ehrenamtskoordinatorin aus den eigenen Reihen einsetzen. "Das wird Britta Jacob sein", so Rosemarie Kaltenbach. "Sie wird allerdings mit einer verringerten Stundenzahl arbeiten und wird am Freitag im Arbeitskreis Asyl vorgestellt."

Quelle: RP
 
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