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Alpen
Zweiter Versuch: KKW sucht neuen Chef

Alpen. Das neu formierte Kreiswasserwerk (KWW) tut sich schwer bei der Nachfolge für Geschäftsführer Otfried Kinzel. Die ausgesuchte Kandidatin hat abgesagt. Von Bernfried Paus

Das kommunale Wasserwerk (KWW) hat beim Start in die neue Zeit mit erheblichen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Der erste Versuch, einen geeigneten Nachfolger für Geschäftsführer Otfried Kinzel zu finden, ist schiefgegangen. Das hat Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt jetzt auf Anfrage bestätigt. Auch die Stelle des Technischen Leiters des rekommunalisierten Versorgungsbetriebes ist derzeit unbesetzt und wird vom amtierenden Geschäftsführer ausgefüllt, so Schmidt. Der hat turnusgemäß mit Jahresbeginn die Aufgabe des Sprechers der KWW-Gesellschafterversammlung vom Alpener Amtskollegen Thomas Ahls übernommen.

"Das laufende Versorgungsgeschäft ist von den ungeklärten Personalien nicht betroffen", beteuerte Heiko Schmidt. Doch diese entbehren vor dem politischen Hintergrund nicht einer gewissen Brisanz. Denn die Mehrheit der Gesellschafter hatte gegen Widerstand aus Rheinberg der Niag, die das Geschäft in den zurückliegenden Jahren für Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten besorgt hat, die Kündigung ins Haus geschickt mit dem festen Willen, aus der Geschäftsbeziehung zwischen KWW und der Niag-Tochter Aqua Remondis auszusteigen.

Vom 1. Januar 2019 an wollen die Vier das operative Geschäft zur Versorgung ihrer Bürger mit Trinkwasser komplett in die eigenen Hände nehmen und fortan auf die Dienste der Niag-Tochter verzichten. Die Trennungsabsicht war trotz des Bemühens, sie möglichst geräuschlos abzuwickeln, von Misstönen aus dem Rheinberger Stadthaus begleitet. Doch der Rat dort ist am Ende wieder zurück ins gemeinsame Boot gestiegen. Die KWW-Mannschaft wechselt nahezu komplett zum neuen, rein kommunalen Dienstherrn. Nur auf der Kommandobrücke zeichnet sich ein Wechsel ab. Otfried Kinzel macht seinen Job nur noch bis zum Sommer und geht dann in den Ruhestand. Um einen reibungslosen Wechsel vorzubereiten, war die Nachfolge des aktuellen KWW-Geschäftsführers frühzeitig ausgeschrieben worden. Der alte Geschäftsführer sollte den neuen noch einarbeiten.

Das Interesse an der Aufgabe war da. Aus gut 20 Bewerbungen waren vier Leute in die engere Wahl vorgestoßen, so Schmidt, einer winkte noch vor der Vorstellungsrunde bei der Auswahlkommission ab. Nach Anhörung der drei verbliebenen Bewerber schlug die Kommission der Gesellschafterversammlung eine Bewerberin vor. Das entscheidende Gremium segnete die Personalie ab. Allerdings folgte dann überraschend die Absage der ausgesuchten Kandidatin für den Führungsposten.

KWW-Sprecher Heiko Schmidt ist bemüht, den Ball möglichst flach zu halten. Noch sei das Kind nicht in den Brunnen gefallen. Es sei bis zum Ausscheiden von Kinzel im Spätsommer noch Zeit genug, eine geeignete Person für die wichtige Position zu gewinnen. "Allerdings wäre es schön, wenn der Wissenstransfer vom amtierenden Geschäftsführer auf den Nachfolger noch sichergestellt werden kann", sagt Schmidt. Von daher dränge die Zeit schon ein wenig. Er gehe derzeit davon aus, dass in den kommenden zwei Wochen die Entscheidung falle, die Geschäftsführerstelle erneut auszuschreiben.

Auch die Stelle des Technischen Leiters sei noch nicht wieder besetzt. Hier laufe noch das Bewerbungsverfahren, so Schmidt. Er bekräftigte, dass der Ausstieg des bisherigen Chef-Technikers nicht in Zusammenhang mit dem Abschied der KWW von der Niag stehe, sondern "allein persönlich Gründe" habe.

Quelle: RP
 
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