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Rheinberg
Zwischen Schranken von Zug erfasst

Rheinberg: Zwischen Schranken von Zug erfasst
Gespenstisches Bild am Bahnübergang Winterswick. Das Auto war von dem Zug (rechts im Hintergrund) erfasst und ins Feld geschleudert worden. FOTO: Feuerwehr
Rheinberg. Bei einem Zusammenstoß eines Pkw mit der Regionalbahn wurden in der Nacht zum Pfingstmontag drei Personen schwer verletzt. Von Heinz Kühnen

Die Halbschranken auf der Moerser Straße im Rheinberger Ortsteil Winterswick waren bereits geschlossen. Lange müssen die Autofahrer hier gewöhnlich nicht auf den Zug der NordWestBahn warten. Und ein 47-jähriger Mann hatte auf seinem Weg in Richtung Moers auch erst richtig angehalten. Warum das Folgende passierte, müssen die Ermittlungen der Polizei erst noch ergeben. Der Mönchengladbacher jedenfalls fuhr nach Zeugenaussagen plötzlich an und wollte den eingleisigen Bahnübergang überqueren. Züge, die aus Duisburg gekommen wären, hätte er aus weiter Entfernung sehen können. Nach rechts aber kann der Blick nicht weit schweifen. Und genau von dort näherte sich ein Regionalzug. Mitten zwischen den Schranken erfasst das in diesem Bereich langsam fahrende Schienenfahrzeug das Auto und schleudert es nach links in ein Feld, berichtet die Kreispolizei in Wesel. Der 47-Jährige sowie die beiden Beifahrer, ein 46-Jähriger aus Mönchengladbach und ein 60-Jähriger aus Wesel, wurden schwer verletzt. Der 36-jährige Zugführer erlitt einen Schock. Im Zug befanden sich zum Unfallzeitpunkt 15 Fahrgäste, die nicht verletzt wurden.

Bei der Alarmierung habe es noch geheißen, mehrere Personen seien in dem Auto eingeklemmt, berichtete Rheinbergs Wehrleiter Sebastian Schriewer später gegenüber der Rheinischen Post. Er und 20 weitere Wehrleute des Rheinberger Löschzugs Mitte fanden tatsächlich ein völlig demoliertes Auto vor. Eingeklemmt war allerdings niemand. Und: "Die drei Männer waren - obwohl sie wirklich schwere Verletzungen erlitten hatten, ansprechbar", so Schriewer. Die Wehrleute bargen die Insassen mit äußerster Vorsicht. Die Männer wurden von zwei Notärzten betreut und von Rettungswagen in Krankenhäuser gefahren. Ein vierter Rettungswagen kam nicht zum Einsatz. "Keiner der 15 Fahrgäste im Zug wurde verletzt", berichtete die Polizei. Allerdings erlitt der 36-jährige Zugführer einen Schock und musste ärztlich behandelt werden.

Beamte der Polizei und der Bundespolizei waren derweil am Ort eingetroffen. Auch ein Nofallmanager der Bahn kümmerte sich um die Wartenden. Die Fahrgäste wurden später mit einem von der NWB gecharterten Bus weiterbefördert. Der nicht mehr fahrbereite Zug, der an diesem Abend fahrplanmäßig der letzte auf der Strecke von Xanten nach Duisburg gewesen war, wurde, so ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve, zunächst in den Bahnhof Rheinkamp geschleppt. Die Strecke wurde gegen 2.20 Uhr wieder freigegeben, der RB 31-Fahrplan am Morgen wieder regulär aufgenommen, da die Schrankenanlage in Winterswick bei dem Unfall nichts abbekommen hatte. An dem Pkw entstand Totalschaden. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf mehr als 100.000 Euro. Die Moerser Straße war bis 0.40 Uhr gesperrt.

Quelle: RP
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