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Rommerskirchen
Abruptes Weg-Ende gefährdet Radfahrer

Rommerskirchen: Abruptes Weg-Ende gefährdet Radfahrer
Unvermittelt führt der Radweg am Bahnhof auf die Fahrbahn und endet dort. Dabei kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen und Beinaheunfällen. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Der jüngste Unfall bestärkt die Gemeinde darin, für den Einmündungsbereich am Bahnhof eine neue Lösung zu finden. Zukünftig könnte der Radweg zwischen Bahnhofsparkplatz und Baustoffhandel zur Straße "Steinbrink" führen. Von Bernd Rosenbaum

Dass die Bahnstraße für Radfahrer kein ganz ungefährliches Pflaster ist, weiß eigentlich jeder, der die Strecke mit seinem Drahtesel schon einmal abgefahren ist. Gerade im Berufsverkehr früh morgens und am späten Nachmittag ist die Straße stark frequentiert durch Auto- und Lastwagen-Verkehr. Da es über weite Stecken weder einen eigenen Radweg noch einen Schutzstreifen gibt, kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Eine besonders unfallträchtige Stelle will die Gemeinde nun in Eigenregie entschärfen - im Zuge der geplanten Umgestaltung des Bahnhofsquartiers.

Gerade dort, wo sich Radfahrer am sichersten wähnen, lauert auf der Bahnstraße die Gefahr. Am Bahnhof wurde mit der Neugestaltung von Zufahrt, Vorplatz und Bushaltestellenbereich auch ein kurzes Stück neuer Radweg angelegt, der auffällig rot markiert und für alle Verkehrsteilnehmer deutlich sichtbar ist. Dieser Radweg quert die Einmündung zum Bahnhof und führt in Höhe des Baustoffhandels auf die Straße. Dort endet er unvermittelt, Radfahrer müssen auf der mitunter stark befahrenen Fahrbahn schutzlos weiterfahren. Die Straße ist in diesem Bereich so schmal, dass die Autos nicht ohne weiteres an den langsameren Radlern vorbeifahren können, ohne in den Gegenverkehr zu geraten.

Genau an dieser Stelle prallte am 11. August mitten im Berufsverkehr ein Lkw mit einem Radfahrer zusammen. Der 51-jährige Radler stürzte und musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock. Zwar haben sich trotz Aufruf durch die Polizei bislang keine Augenzeugen gemeldet und auch die beiden beteiligten Rad- und Lkw-Fahrer wollen sich laut Polizei nicht zum Hergang äußern. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass das unvermittelte Radwegende mit dem Unfall zu tun hat. Zumal auch andere Radfahrer immer wieder von Beinahe-Zusammenstößen mit Autos und vor allem Lastwagen und Bussen berichten.

Der Gemeinde ist dieser Bereich schon länger ein Dorn im Auge. "Weder Kreis noch Land sehen dort Handlungsbedarf", sagt Bürgermeister Martin Mertens. Daher soll nach ersten Entwürfen der Bereich dadurch entschärft werden, dass der Radweg, der von der Bahnschranke am Bahnhof vorbeiführt, bis zum neuen Parkplatz verlängert und hinter dem Baustoffhandel durch das geplante neue Wohnviertel auf die Straße "Steinbrink" geleitet wird. Von dort können Radler dann über die parallel zur Bahnstraße führende Kastanienallee weiterfahren, die deutlich weniger frequentiert ist als die Bahnstraße. Und da der neue Radweg größtenteils über kommunale Flächen führen würde, kann die Gemeinde über die Streckenführung weitgehend selbst entscheiden.

Bis es allerdings so weit ist, werden wohl noch mindestens ein bis zwei Jahre ins Land gehen - auch wenn die Gemeinde die notwendigen Flächen, auf denen heute größtenteils alte Industriehallen stehen, inzwischen erworben hat.

Quelle: NGZ
 
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