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Rommerskirchen
Alter Kreuzweg verbindet zwei Dörfer

Eine Broschüre zum Kreuzweg
Eine Broschüre zum Kreuzweg FOTO: Bernd Rosenbaum
Rommerskirchen.   Von Bernd Rosenbaum

Bereits an einem ersten Projekt arbeitet der vor wenigen Monaten gegründete Geschichtskreis NE-BU 962: Die etwa zehnköpfige Gruppe plant, eine Broschüre über die sieben Fußfälle in den Fluren von Nettesheim und Frixheim herauszugeben.

"Die Pfarrgemeinde St. Martinus hat hier einen einzigartigen Schatz", findet Peter Emunds, ehemaliger Bürgermeister von Nettesheim-Butzheim und später Gemeindedirektor von Rommerskirchen. Schließlich sei es sehr selten, dass ein Fußfall-Kreuzweg mit sieben Stationen annähernd vollständig erhalten ist. "Es grenzt schon an ein Wunder, dass die sieben Fußfälle während der Nazi-Diktatur nicht zerstört wurden", so der 77-Jährige.

Emunds hat sich schon vor über 30 Jahren mit den Fußfällen befasst. Ihn störte, dass die Heiligenhäuschen - das älteste Exemplar stammt aus dem Jahr 1729 - zusehends verfielen. Ursprünglich war der Flur-Kreuzweg ein fester Bestandteil der Karfreitagsliturgie, doch mit dem zweiten Vatikanischen Konzil von 1962 bis 1965 wurden Fußfall-Prozessionen abgeschafft. Die Wegekreuze gerieten in Vergessenheit.

Der damalige Ortsvorsteher Emunds sammelte 13.500 Mark und konnte die Steinmetz-Firma Dunkel aus Köln mit der Restaurierung der Stelen beauftragen. Ein Wermutstropfen: Gleich der erste Fußfall war so zerfallen, dass er nicht mehr zu retten war. Stattdessen richtete der Steinmetz das alte Grabdenkmal der Familie Peter Panzer aus Butzheim zum Fußfall her. Dieser steht heute an der nordwestlichen Verlängerung der Ziegelstraße, direkt hinter dem Strategischen Bahndamm.

Nach einem knapp 390 Meter langen Spaziergang in nordwestlicher Richtung gelangt man zum zweiten Fußfall. Nach weiteren 550 Metern in gleicher Richtung folgt Nummer 3. Von dort geht es 400 Meter in nordöstlicher Richtung zum vierten Fußfall. Der fünfte Fußfall steht in 650 Metern Entfernung in südöstlicher Richtung an der Unterführung zum Bahndamm. Der sechste Fußfall folgt nach 600 Metern an der Kreuzung Damm-/Frixheimer Straße. Den Abschluss des Kreuzweges bildet die zwischen 1885 und 1890 erbaute Nettesheimer Dorfkapelle an der Martinusstraße.

Neben der geplanten Broschüre will der Geschichtskreis fehlende Sitzbänke an den Fußfällen drei und fünf aufstellen sowie eine Initiative starten, die Wege zwischen den Kreuzen mit Namen zu versehen. Zwischen den Fußfällen eins und drei soll der Pfad "Christian-Hansen-Weg" heißen, benannt nach dem ersten Bürgermeister der Mairie Nettesheim-Butzheim zwischen 1801 und 1813. Der Abschnitt zwischen den Fußfällen drei und vier soll als "Cornelius-Hansen-Weg" den Namen eines der Stifter tragen. Das Stück zwischen den Fußfällen vier und fünf soll "Kunibertus-Hambloch-Weg" heißen, nach dem Chorbischof und Stiftsherrn an St. Aposteln in Köln. Der Abschnitt zwischen den Kreuzen fünf und sechs soll in "Friedrich-Esser-Weg benannt werden, Beigeordneter von 1855 bis 1856.

Der Geschichtskreis trifft sich an jedem ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr in der "Gillbach Schänke", so auch am 7. September. Interessierte sind willkommen.

Quelle: NGZ
 
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