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Rommerskirchen
Ampel für die B 59 kommt im Oktober

Rommerskirchen: Ampel für die B 59 kommt im Oktober
Die riskante Stelle an der B 59 (Grevenbroicher Straße/Neurather Straße) wird in zwei Monaten endlich entschärft. Der von der Gemeinde favorisierte Kreisverkehr kommt zwar nicht, dafür aber eine Ampelanlage. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Die gefährliche Kreuzung an der Neurather Straße, wo es erst am Sonntag wieder gekracht hat, wird endlich entschärft. Bürgermeister Martin Mertens hat jetzt eine konkrete Terminzusage vom Landesbetrieb Straßenbau erhalten. Von Stefan Schneider

Die Frage steht im Raum: Hätte der Unfall, bei dem eine Motorradfahrerin am vergangenen Sonntag schwer verletzt wurde, verhindert werden können? Nämlich dann, wenn die von der Gemeinde seit langem geforderte Ampel für die Kreuzung B 59/Neurather Straße auf Höhe Oekoven verwirklicht worden wäre? Doch es fehlte die Genehmigung vom Kreis, ohne die der Landesbetrieb Straßenbau nicht mit dem Aufbau der Anlage starten konnte. "Wenn es nach Gemeinde und Landesbetrieb gegangen wäre, hätten wir schon im Januar angefangen", erinnerte Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens. Jetzt aber kann er den Durchbruch melden: Die Voraussetzungen sind erfüllt, "und am 15. Oktober soll's losgehen mit der Installation der Ampel", berichtete Mertens, dem dieser Termin vom Landesbetrieb genannt wurde. Als Bauzeit würden etwa vier Wochen veranschlagt.

SPD und Grüne nahmen den neuerlichen Unfall vom Sonntag trotzdem als Anlass für Kritik am Kreis und an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Die vom Kreis zu verantwortende Verzögerung habe zur Gefährdung von Menschenleben geführt, urteilte Grünen-Fraktionschef Jupp Kirberg - und attackierte den Landrat: "Statt von Event zu Event zu eilen - mit dem Ansinnen, sich so oft wie möglich in der Öffentlichkeit zu zeigen -, sollte er seine Schreibtischarbeit erledigen." Es falle auch immer wieder auf, dass Petrauschke sich lediglich als Leiter der Unteren Aufsichtsbehörde des Landes NRW verstehe, statt als Helfer der kreisangehörigen Kommunen. Kirberg: "Hier wird altes preußisches Obrigkeitsdenken erkennbar statt Demokratieverhalten."

Es sei nur zu unterstützen, dass die Gemeinde Rommerskirchen versuche, Aufgaben dem Einfluss des Kreises zu entziehen und an seine Nachbarkommunen zu geben, "die - mit Stadtrechten versehen - in der Lage sind, zügig und kompetent Rommerskirchener Belange mit zu übernehmen."

Der SPD-Vorsitzende und -Ratsherr Johannes Strauch stößt ins selbe Horn, ebenfalls unter dem Eindruck des neuerlichen Unfalls; Strauch ist nach eigener Aussage am Sonntag an der Unfallstelle vorbeigekommen, "das sah fürchterlich aus." Der Sozialdemokrat wirft dem Kreis "Trägheit" vor: Der Kreis sei ein "lahmer Tanker", der Landrat als "Kapitän" steuere sehenden Auges auf Untiefen zu, zudem werde nicht schnell genug gearbeitet. "Deshalb soll unser Bürgermeister Mertens darauf hinarbeiten, dass sich Rommerskirchen weiter vom Kreis löst, auch beim Thema Verkehr." Strauch kann sich eine Kooperation mit den Straßenverkehrsämtern in Grevenbroich oder in Dormagen vorstellen.

Martin Mertens berichtete im Telefonat mit unserer Redaktion unterdessen von einem Vorstoß des Landrats, der durchaus Interesse an den Gemeindeangelegenheiten verrät. Petrauschke habe ihm einen Anhörungsbogen geschickt, auf dem die Gemeinde ihre Probleme darstellen und auflisten kann. In erster Linie seien das Fragen, die mit den Themen Verkehr und Bauaufsicht zusammenhingen, erläuterte der Rommerskirchener Bürgermeister dazu.

Quelle: NGZ
 
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