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Rommerskirchen
Anwohner klagen erneut gegen Baupläne

Rommerskirchen: Anwohner klagen erneut gegen Baupläne
Die Anwohner sind nicht grundsätzlich gegen eine neue Bebauung am Weißbirkenweg, lehnen aber die Dimension der geplanten Häuser ab. Peter Moeske (l.) und seine Frau Monika (5.v.l,) haben stellvertretend geklagt. FOTO: LH (Archiv), Moeske
Rommerskirchen. Die Nachbarn wollen zwei Achtfamilienhäuser mit 18 Parkplätzen am Weißbirkenweg verhindern. Sie fürchten zuviel Verkehr; zudem fügten sich die Häuser nicht gut ein. Beim Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte es eine Abfuhr gegeben. Von Stefan Schneider

Das Plakat im Vorgarten misst etwa 1,20 Meter mal 80 Zentimeter - und die Botschaft ist deutlich zu lesen. "Die Nachbarschaft klagt gegen die Baugenehmigung Weißbirkenweg 8b/c" heißt es dort. Leichter zu übersehen ist der kleine Zusatzvermerk an der Ecke rechts oben, eine Aufforderung an Mutwillige mit zerstörerischen Absichten: "Beim Entfernen bitte lächeln, da videoüberwacht".

Beide Nachrichten sind wohlüberlegt, wie Anwohner Peter Moeske im Gespräch mit unserer Redaktion verdeutlicht. Die eine soll potenzielle Käufer ins Grübeln bringen und auf den laufenden Rechtsstreit im Zusammenhang mit den Neubauplänen am Weißbirkenweg hinweisen. Die andere bezieht sich auf einen bisher nicht aufgeklärten Vorgang in der Nacht zum 27. Oktober, als Unbekannte ein Vorgängerplakat aus dem Rahmen schnitten und verschwinden ließen.

Fest steht: Der seit rund zwei Jahren laufende Protest von Nachbarn gegen zwei geplante Achtfamilienhäuser in zweieinhalbgeschossiger Bauweise mit 18 Parkplätzen am Weißbirkenweg (ehemaliges Betriebsgelände der Firma Radex, die alte Halle ist ohne Dach und Innenleben praktisch abrissreif) ist nicht erloschen, sondern wird weitergeführt. Trotz der Schlappe, die Peter und Monika Moeske vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf hinnehmen mussten. Das Ehepaar klagt stellvertretend für die Anwohner gegen den Rhein-Kreis Neuss, der die Neubauten genehmigen will. Und nachdem Richterin Susanne Müllmann in Düsseldorf diese Klage abgewiesen hatte, sind die Moeskes in Berufung gegangen. "Die Sache liegt jetzt beim Oberverwaltungsgericht in Münster. Bis jetzt haben wir von da noch nichts Weiteres gehört", berichtet Peter Moeske. Der Rommerskirchener gibt sich aber zuversichtlich. Richterin Müllmanns Einschätzung, das Vorhaben des Bauherrn und die Genehmigung durch den Rhein-Kreis seien rechtens, wertet er als "Geschmackssache. Das Oberverwaltungsgericht kann das ganz anders sehen."

Aufhänger der Klage ist laut Moeske der "Quantitätssprung" bei den Parkplätzen. Statt zuvor vier bis fünf sollen künftig 18 Stellflächen vorgehalten werden, laut Moeske relativ dicht an den bestehenden Grundstücken von insgesamt fünf Parteien, "an unserem Erholungsbereich". Die Anwohner fürchten Auspuffgase und erheblich mehr Verkehrsbelastungen in der kleinen Straße. Ein weiterer Vorwurf: Die zweieinhalbgeschossigen Neubauten fügten sich optisch nicht gut in die vorhandene Bebauung ein.

Nun heißt es warten für die Nachbarschaft am Weißbirkenweg: auf den Verhandlungstermin vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster.

Quelle: NGZ
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