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Rommerskirchen
Archäologe erwartet neue Funde

Rommerskirchen. Das geplante Baugebiet Nettesheimer Weg Nord grenzt ans Feld der 600 Frankengräber, die 2005 entdeckt wurden. Nach Proben rechnet die Gemeinde allerdings nur mit Einzelfunden aus Frankenzeit und Spätmittelalter. Von Sebastian Meurer

Manfred Hundt hatte es vergangenen Herbst kurz und bündig auf den Punkt gebracht: "In den kommenden Jahren werden wir viel Neues erleben. Auf jeden Fall bleibt es spannend", meinte der Beauftragte der Gemeinde für die Bodendenkmalpflege. Damals waren im Gewerbepark III Überreste der römischen Besiedlung gefunden worden.

Hundt, der seit mehr als 40 Jahren im Geschäft ist und dessen Prognosen sich durch eine extrem hohe Trefferquote auszeichnen, hatte sich im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplans "Nettesheimer Weg Nord" erneut zu Wort gemeldet. Immerhin waren in unmittelbarer Nähe des designierten Baugebiets 2005 etwa 600 fränkische Gräber gefunden und zwei Jahre lang ausgegraben worden.

Hundt zufolge ist es "naheliegend, dass auch im Planungsgebiet Nettesheimer Weg, zumindest auf den an die jetzige Wegeführung angrenzenden Flächen mit ähnlichen Funden, das heißt mit Gräber aus der Zeit des fünften bis siebten Jahrhunderts, zu rechnen ist." Zudem sei mit prähistorischen Funden aus der Jungsteinzeit, vielleicht sogar Siedlungsresten, zu rechnen, sagt Manfred Hundt. Er verweist darauf, dass die Archäologen diesbezüglich auch beim Bau der Gillbachschule vor einigen Jahrzehnten fündig geworden seien.

Der Landschaftsverband Rheinland schließt sich der Auffassung von Manfred Hundt an. Dessen Amt für Bodendenkmalpflege hatte ursprünglich sogar "grundsätzlich Bedenken" gegen die Planung geltend gemacht, weil bei deren Umsetzung "die Zerstörung bedeutender Bodendenkmäler zu erwarten ist". Der Gemeinde zufolge ist die erforderliche Untersuchung durch die Fachfirma Ibeling inzwischen erfolgt: Weitere Spuren des fränkischen Gräberfelds hätten dabei nicht entdeckt werden können.

Lediglich Spuren einer mittelalterlichen Grube seien nachweisbar. Auch wenn mit einer "großkalibrigen" Sensation wie der aus dem Jahr 2005 nicht zu rechnen ist: Völlig ausschließen, dass es vereinzelt doch fränkische Gräber, aber auch Funde aus dem Mittelalter geben könnte, möchte die Gemeinde nicht, wie Andrea Seidel von der Bauverwaltung in einem Bericht für den Rat feststellte. Im Bebauungsplan soll es daher nun einen Hinweis geben, dass der jeweilige Beginn der Erdarbeiten vier Wochen vorher beim Amt für Bodendenkmalpflege angezeigt werden muss.

Wie auch immer es mit etwaigen weiteren Funden im Bereich des Nettesheimer Wegs bestellt sein wird: Es dürfte in jedem Fall spannend bleiben. Denn das dort gar nichts gefunden werden wird, dürfte höchst unwahrscheinlich sein.

(NGZ/ac)
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