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Rommerskirchen
"Bächle" fließt nach Sanierung wieder

Rommerskirchen: "Bächle" fließt nach Sanierung wieder
Harry Marquardt setzt sich in Nettesheim für den Erhalt des "Bächle" ein, dass anlässlich der 1000-Jahr-Feier Butzheims im Ort errichtet wurde. Der Bildhauer Anatol hatte das Kunstwerk geschaffen. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Für 8000 Euro hat die Gemeinde eines der Wahrzeichen der 1000-Jahr-Feier Butzheims in Schuss bringen lassen. Von Sebastian Meurer

Neben der Begegnungsstätte Alte Schule ist das nur wenige Meter entfernte "Bächle" an der Sebastianusstraße das zweite steinerne "Wahrzeichen", das an das von 1987 bis 1988 ein Jahr lang gefeierte 1000-Jahr-Jubiläum Butzheims erinnert. Seit vergangener Woche führt das "Bächle" wieder Wasser. Für 8000 Euro hat die Gemeinde es nach einem 2014 gefassten Ratsbeschluss wieder in Schuss bringen lassen.

"Der Pflegeaufwand war unheimlich hoch", erzählt Harry Marquardt, der als Mitglied der SPD-Fraktion an dem Ratsbeschluss zur Sanierung beteiligt war. Zugleich engagiert er sich als Vorstandsmitglied der St. Sebastianus-Bruderschaft schon seit Jahren für die Unterhaltung des Kunstwerks, das der Neusser Bildhauer Anatol (Karl-Heinz Herzfeld) geschaffen hat. Die Bruderschaft hat sich bei der Gemeinde auch für die Sanierung stark gemacht, immerhin hatte zuletzt auch die Verwaltung davon gesprochen, dass das Kunstwerk immer mehr verwahrlose.

Auf einer Länge von 60 Metern hatte Anatol damals den unterirdisch durchs Dorf fließenden Gillbach zumindest künstlerisch wieder an die Oberfläche geholt und seinen Lauf mit Steinen eingefasst. Flankiert wird das "Bächle" durch neun von Anatol bearbeitete Findlinge. Bei der Aktion "Fit für den Frühling" Ende März, vor Fronleichnam und vor dem Schützenfest im September sorgen die Sebastianer aus Nettesheim-Butzheim für ein sauberes "Bächle". In den vergangenen Jahren fiel ihnen dies immer schwerer: Der Abfluss war regelmäßig verstopft, so dass das "Bächle" zuweilen über mehrere Monate hinweg kein Wasser führte. Auch des sich in den Fugen ansammelnden Unkrauts war kaum noch Herr zu werden, wie Marquardt berichtet.

Diskutiert wurden verschiedene Möglichkeiten, so auch die, das Bächle zuzuschütten und mit Bodendeckern auszustatten. "Das war keine Lösung", meint Harry Marquardt, für den es längst zu einer Herzensangelegenheit geworden ist, "dass das ,Bächle' läuft und sauber aussieht". Nicht nur, dass es "schön in die Umgebung passt, sondern weil es etwas Lebendiges ist", sei das "Bächle" aus dem Ortskern nicht mehr wegzudenken, ist Harry Marquardt überzeugt.

Gewählt wurde letztlich eine vergleichsweise kostengünstige Lösung, die sich Marquardt zufolge schon in anderen Städten bewährt hat: Die für Unkrautbefall besonders anfälligen Steine sind durch solche ersetzt worden, die aus einem Quarzsand-Kunststoffgemisch bestehen.

Das "Bächle" soll nun von Anfang Juni "bis die ersten Blätter fallen" durchgängig Wasser führen, wie Harry Marquardt sagt. Er will sich weiterhin um die Pflege kümmern und verfügt auch über den Schlüssel für den Schaltkasten. So ist es ihm kurzfristig möglich, kleinere Störungen schnell zu beheben.

"Das ,Bächle' hat damals 40 000 D-Mark gekostet" (heute rund 20 000 Euro), sagt Peter Emunds, damals CDU-Fraktionschef und Ortsvorsteher von Nettesheim-Butzheim. Gesponsert hatte das Kunstwerk des Bildhauers Anatol die damalige Kreissparkasse Grevenbroich.

Quelle: NGZ
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