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Rommerskirchen
Bahnhofsumbau in Eckum geht weiter

Rommerskirchen: Bahnhofsumbau in Eckum geht weiter
Es wird wieder gearbeitet. Nach monatelangem Stillstand hat der Unternehmer Andreas Prangenberg (mit gelber Weste) die restlichen Arbeiten am Bahnhof übernommen. Baudezernent Hans-Josef Schneider ist zufrieden. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Andreas Prangenberg, Maurer- und Betonbaumeister aus Eckum, wird die Arbeiten am Bahnhof fortführen. Von Sebastian Meurer

Bürgermeister Martin Mertens und Baudezernent Hans-Josef Schneider wirkten gestern regelrecht erleichtert. Nachdem der Umbau des Bahnhofsgeländes im Oktober 2014 weitgehend zum Stillstand gekommen war, geht es seit dieser Woche weiter. Die Firma "prangenbergBau" stellt die Treppenanlagen fertig.

"Bis Ende nächster Woche sind wir fertig", ist Firmenchef Andreas Prangenberg zuversichtlich. "Er ist buchstäblich unser Retter", sagt Martin Mertens über den ortsansässigen Maurer- und Betonbaumeister. Ohne damit zu übertreiben, wie Hans-Josef Schneider bestätigt: "Er hat uns schon mehrfach aus der Patsche geholfen. Bauunternehmen setzen nicht gern die von einem anderen Unternehmen begonnenen Arbeiten fort." Nötig geworden war das, weil die Firma Tholen aus Geilenkirchen vor acht Monaten die Arbeiten eingestellt und die Gemeinde im April den Vertrag mit ihr gekündigt hatte.

Wegen einer - vom Unternehmen als "Mängelchen" bezeichneten - vorschriftswidrigen Bauweise an der Rampe verweigert das Eisenbahnbundesamt bis heute die Abnahme. Tholen seinerseits klagt vor dem Landgericht Mönchengladbach auf Zahlung von 300 000 Euro gegen die Gemeinde. "Wir wollen nicht nur einen zügigen, sondern auch einen qualitativ hochwertigen Umbau", merkte der Bürgermeister gestern mit spitzem Unterton an. "Wir können mit drei Leuten die Treppe verlegen", sagt Andreas Prangenberg. Geländer und Handläufe für die Treppe werden derzeit angefertigt und sollen im August geliefert werden, kündigt Hans-Josef Schneider an. Sind sie installiert, wird es auf dem Bahnhof noch einmal so richtig staubig werden: Die alte Treppe und alle Bauten, die nicht mehr gebraucht werden, müssen abgerissen werden. Dort sind dann wieder Fachleute gefragt, die das besondere Vertrauen der Bahn genießen und entsprechend geschult sind.

Mit dem Abriss wären dann dem Baudezernenten zufolge alle großen Gewerke geschafft. Was nach wie vor fehlt, ist die Abnahme der Rampe durch das Eisenbahnbundesamt. Ein kostspieliger Abriss und Neubau komme für alle Beteiligten nicht in Frage, betont Hans -Josef Schneider gegenüber unserer Zeitung. Er hofft stattdessen, als ersten Teilerfolg sozusagen, einen so genannten "Zwischenbaustand" erreichen zu können. Dies hätte zumindest die Konsequenz, dass die in Regie von Andreas Prangenberg in den nächsten Tagen fertig zu stellende Treppe möglichst bald auch von Bahnkunden genutzt werden könnte.

Die seit Monaten laufenden Gespräche, ob die Statik der von Tholen angefertigten Rampe womöglich doch mit den Sicherheitskriterien des Eisenbahnbundesamts vereinbar sein könnte, dauern weiter an, ohne dass sich zurzeit ein Durchbruch abzeichnet.

Und die im April von Tholen eingereichte Klage ? Einen Gerichtstermin gibt es noch nicht. Juliane Paefgen, Leiterin des Rechtsamts im Rathaus, hält einen Zeitraum von neun bis 15 Monaten für realistisch, innerhalb dessen das Landgericht eine Verhandlung anberaumen wird.

Quelle: NGZ
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