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Rommerskirchen
Bessere Busverbindung zum Bahnhof

Rommerskirchen. Das neue Konzept soll ab 14. Juni umgesetzt werden. Sonstige Wünsche zum ÖPNV werden wohl erst in Jahren erfüllt. Von Sebastian Meurer

Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr gibt es in Rommerskirchen zumeist nur in ganz kleinen Schritten. Etwas größer könnten die für die viele Jahre lang problematische Anbindung des Busverkehrs an den Bahnhof ausfallen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Busverkehr Rheinland (BVR) haben sich auf ein neues Konzept verständigt, das sowohl der Taktfrequenz der Deutschen Bahn als auch der Anbindung der nördlichen Ortsteile ans Gemeindezentrum Rechnung tragen soll.

"Die Busanbindung an den Bahnhof soll aus allen Ortsteilen verbessert werden", sagt Wirtschaftsbüro-Leiter Elmar Gasten. Auch die Taktung der Bahn werde in diesem Sinne angepasst. Dass dies die Gemeinde im Jahr 10 000 Euro mehr kosten wird, hat der Rat vergangene Woche gebilligt. Bereits mit dem Fahrplanwechsel am 14. Juni soll das neue Konzept von VRR und BVR umgesetzt werden. Auf der Wunschliste der Gemeinde stehen indes noch viele andere Punkte - um deren Realisierung es schlechter bestellt ist. Die Linie 872 von Evinghoven nach Anstel fahren zu lassen, statt wie bisher nach Oekoven, ist solch ein Vorschlag. Verbessert werden könnte damit der Anschluss der nördlichen Ortsteile nach Dormagen. Auch mehr Haltestellen im Bereich des Caritashauses St. Elisabeth sähe die Gemeinde gern: Dessen Leiterin Monika Pigorsch hat sich für ein derart verbessertes Angebot ausgesprochen. Für Elmar Gasten wäre der "neue Siedlungsschwerpunkt nördlich der Venloer Straße" ein weiteres Argument für mehr Haltestellen.

Die wird es so schnell jedoch nicht geben, was gleichermaßen für eine Änderung des Streckenverlaufs der Linie 872 gilt. Der BVR führt hier die zahlreichen Knüpfungspunkte und gegenseitigen Abhängigkeiten mit anderen Linien ins Feld. "Busfahrpläne sind wie ein Kartenhaus. Wird hier und da eine Karte herausgezogen. bricht das ganze Konstrukt zusammen", bringt es Elmar Gasten auf den Punkt. Dennoch hofft er, dass sich die beiden genannten Punkte zumindest "mittelfristig" umsetzen lassen. Hoffnungen auf einen ganz großen Wurf in Sachen ÖPNV, wie sie zu Beginn des Jahrtausends angesichts eines "Gipfeltreffens" mit Vertretern von VRR und BVR inklusive Bürgern bestanden, sind ohnehin längst zerstoben. "Die Entwicklung des ÖPNV-Angebots war in den letzten 15 Jahren insbesondere durch den Anstieg der Kosten geprägt", merkt Gasten lakonisch an. Wo die Auslastung der Busse gegen Null tendierte, wurden Fahrpläne ausgedünnt. Betroffen waren vor allem gerade die ohnehin spärlich ausgestatteten Randbezirke der Gemeinde. Das Projekt Gemeinschaftstaxi wurde mit erheblichen Subventionen gefördert. Die Nachfrage blieb gering, nach einem Jahr war das Experiment beendet.

Dass Busfahrten nicht langweilig sein müssen, schilderte im Ausschuss für Gemeindeentwicklung Hildegard Haas (SPD): Bei einer Fahrt von Oekoven nach Neuss fiel ihr unversehens die Aufgabe zu, dem Busfahrer die einzuschlagende Route zu erläutern. Was kein Einzelfall gewesen sein soll, wie im Ausschuss deutlich wurde.

Quelle: NGZ
 
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