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Rommerskirchen
Blutspenden fast auf Rekord-Tief

Rommerskirchen: Blutspenden fast auf Rekord-Tief
Die DRK-Ortsverbandsvorsitzende Rosemarie Neuen (links) und ihr Team stemmen sich gegen den auch in der Gemeinde zunehmend deutlicher werdenden Negativtrend beim Blutspenden. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Das Rote Kreuz bedauert den negativen Trend beim Blutspenden. Zudem werden dringend jüngere Mitglieder gesucht. Von Sebastian Meurer

Magdalene Schnelting macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube: "Wir sind total enttäuscht", kommentiert die stellvertretende Ortsverbandsvorsitzenden des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) das Ergebnis der jüngsten Blutspendenaktion. Zunächst hatte es in der Gillbachschule durchaus verheißungsvoll begonnen, doch am Ende waren es lediglich 79 Blutspender, die sich in der Pausenhalle eingefunden hatten.Die DRK-Mitglieder am Gillbach sind da eigentlich ganz andere Zahlen gewohnt: Mehr als 600 Spender im Jahr waren lange keine Seltenheit, wobei allein vor Weihnachten die 100-er Hürde stets locker genommen werden konnte. Konnten die Ehrenamtler im kleinen Rommerskirchen bislang tapfer dagegenhalten, fügen sich inzwischen auch die dort erzielten Spendenergebnisse in einen seit einigen Jahren zu verzeichnenden Negativtrend ein. Seit 2013 sei ein jährlicher Rückgang bei den Spendern zu verzeichnen, berichtet Magdalene Schnelting.

Peter Kirschner, der als Arzt in Köln praktiziert, ist häufig bei den DRK-Blutspendeterminen in Rommerskirchen im Einsatz. Den einen und einzigen Grund, der das bundesweit rückläufige Blutspenden aufkommen erklären könnte, kann auch er nicht nennen. Eine gewisse "Trägheit" in der Bevölkerung mag der promovierte Mediziner nicht ausschließen.

Hinzu kämen womöglich allzu hohe Erwartungen in den medizinisch-technischen Fortschritt. "Vor allem junge Leute denken, dass sich Blut schon bald künstlich herstellen lässt", vermutet Kirschner. Er selbst ist da eher skeptisch: "Wahrscheinlich überhaupt nicht" würden derart optimistische Visionen zur Realität und falls doch, werde es noch sehr lange dauern. Gebraucht würden Blutspenden indes nun einmal sofort, nicht allein von Unfallopfer,n sondern insbesondere auch von Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen.

Locker lassen wollen die DRK-Vorsitzende Rosemarie Neuen und ihre Mitstreiterinnen indes nicht: Am 30. Dezember kann in der Pausenhalle nochmals von 16 bis 20 Uhr Blut gespendet werden. Auch wenn Magdalene Schnelting skeptisch ist, dass sich die Jahresbilanz dadurch noch durchgreifend verbessern könnte, liegt ihnen Resignation fern. Kampfgeist beweisen die Ehrenamtler nämlich auch in anderer Hinsicht schon seit vielen Jahren. Neue und vor allem jüngere Mitglieder zu gewinnen, hat sich jedoch als bislang unlösbare Aufgabe erwiesen. Rosemarie Neuen gehört dem DRK seit mehr als sechs Jahrzehnten an und ist 78 Jahre alt. Magdalene Schnelting ist 74, und damit stehen die beiden noch längst nicht an der Spitze der Alterspyramide: Die nimmt die über 80 Jahre alte Anneliese Schneider ein, die bei den Blutspendeterminen in der Küche aktiv ist. Kurzum: Die Altersstruktur beim derzeit 14-köpfigen DRK-Ortsverband ist deutlich zu hoch, deutlich jüngere Mitglieder sind seit Jahren nicht zu finden, wie Rosemarie Neuen sagt. Hoch motiviert ist das Team allerdings ungeachtet des Alters: Jetzt waren zwölf Helferinnen dabei, "zwei haben entschuldigt gefehlt", erzählt Magdalene Schnelting.

Quelle: NGZ
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