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Rommerskirchen
Buch über Antisemitismus in den Dörfern

Rommerskirchen. Josef Wißkirchen präsentierte im Ratssaal sein neues Werk zur Verfolgung der Juden am Gillbach.

Das Interesse an der Lokalgeschichte boomt, was gerade auch für die Zeit des Nationalsozialismus gilt. Dass der Ratssaal bei der Präsentation von Josef Wißkirchens neuem Buch "Verfolgte Nachbarn am Gillbach - Juden in Rommerskirchen" komplett gefüllt sein würde, war angesichts der bisherigen Gastspiele des Lokalhistorikers aus dem Nachbarort Stommeln durchaus vorhersagbar.

"Es ist leichter, über Auschwitz zu reden, als über den Antisemitismus vor Ort", brachte Wißkirchen viele Jahrzehnte der "Beschäftigung" mit der Nazi-Diktatur und der Vernichtung der Juden auch in Rommerskirchen auf den Punkt. Mit seinem neuen Buch, das soeben im Klartext-Verlag erschienen ist, setzt Wißkirchen dem auf mehr als 360 Seiten Fakten entgegen, wobei die Namen der Opfer ebenso genannt werden wie die der Täter.

"Er ist gewissermaßen der Vorreiter in der lokalen Erforschung der Geschichte der Juden", sagt Ulrich Herlitz aus Grevenbroich und verweist auf Wißkirchens in den frühen 1980-er Jahren erschienene Arbeiten über die Juden in Stommeln. Herlitz selbst wurde 1988 noch vor seinem Engagement in der Grevenbroicher CDU mit seinen Beiträgen zur Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden Marianne Stern aus Hemmerden bekannt. "Josef Wißkirchen hat damals meinen ersten Aufsatz dazu korrigiert", erinnerte sich Herlitz jetzt anlässlich der Vorstellung von Wißkirchens neuem Buch, zu dem Bürgermeister Martin Mertens das Vorwort beigesteuert hat. Nicht ohne Grund, denn die Gemeinde hat das Projekt ebenso finanziell unterstützt wie der Landschaftsverband Rheinland, die Sparkasse Neuss und der Kreisheimatbund. "Verfolgte Nachbarn am Gillbach" ist in einer Startauflage von 800 Exemplaren erschienen und kostet 16,95 Euro.

(S.M.)
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