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Rommerskirchen
Bürger machen für B 477n-Bau mobil

Rommerskirchen: Bürger machen für B 477n-Bau mobil
Die der Verwaltung um Bürgermeister Martin Mertens aufmerksam zuhörenden Bürger beteiligten sich rege an der Diskussion über die Zukunft der geplanten Umgehungsstraße B 477n. FOTO: SALZ
Rommerskirchen. Eine groß angelegte Unterschriftensammlung ist so gut wie beschlossene Sache. Diskutiert wird auch über Online-Petitionen an Bund und Land. Bei einem Info-Treff der SPD gab es kein Verständnis für die neuerliche Verzögerung. Von Sebastian Meurer

Die Anwohner der Bundesstraße 477 - insbesondere die in der Ortsdurchfahrt Butzheims lebenden - sorgten bei der angekündigten Informationsveranstaltung der SPD in der Gaststätte "Gillbachschänke" erwartungsgemäß für ein volles Haus.

Ebenso wie vergangene Woche im Rat war für sie die Frage, welche Partei und welche Regierung in den vergangenen Jahren für was verantwortlich war, von eher ungeordneter Bedeutung - auch wenn es durchaus auf Interesse stieß, dass der Landesbetrieb Straßenbau noch 2017 mit Planungen für die seit 2003 im Bundesverkehrswegeplan stehende Umgehungsstraße B 477n beschäftigt war, die Anfang Januar im Masterplan und dem Arbeitsprogramm des NRW-Verkehrsministeriums keine Berücksichtigung fand.

Guido van den Berg, SPD-Landtagsabgeordneter aus dem benachbarten Rhein-Erft-Kreis, appellierte ebenso wie sein früherer Kollege Rainer Thiel an das Engagement der Bürger. "Es war noch nie so viel Geld da, und es gab noch nie solche Finanzierungsmöglichkeiten", betonte van den Berg, der auch eine aktuelle Kostenschätzung in petto hatte. Demnach würden die Gesamtkosten derzeit 15,9 Millionen Euro ausmachen, wovon 13,5 Millionen reine Baukosten und 2,4 Millionen Euro für den Grunderwerb fällig würden. Von einer "kleinen Lösung", wie sie Heinz Kropp aus Butzheim ins Gespräch brachte, riet van den Berg ab: Rainer Thiel rief zur Gründung einer Bürgerinitiative auf. Der Druck der örtlichen Initiativen hat Thiel zufolge auch in der umstrittenen Konverter-Frage Wirkung gezeigt und dazu beigetragen, dass der Konverter weder nach Gohr, noch nach Rommerskirchen kommt.

Im Internet hat Eva Wilde aus Butzheim bereits die Voraussetzungen hierfür geschaffen und eine "Interessengemeinschaft Ortsumgehung B 477n Rommerskirchen" gegründet, der nach wenigen Tagen schon 165 Mitglieder angehören (Stand gestern). Sicher ist, dass nach Ostern eine Unterschriftenaktion anlaufen wird. Am 5. April werden Eva Wilde und einige Mitstreiter(innen) mit Bürgermeister Martin Mertens über das weitere Vorgehen beraten. Mertens selbst ist sicher, "dass auch das Ortsteilgespräch in Anstel am 10. April ganz im Zeichen der B 477n stehen wird". So sehr er begrüßte, dass auf Initiative der CDU-Landtagsabgeordneten Heike Troles das Projekt B 477n ab 2019 im Arbeitsprogramm des NRW-Verkehrsministeriums auftauchen soll, bleibt er skeptisch hinsichtlich des weiteren Gangs der Dinge. Gleichwohl sei ihm egal, unter welcher politischen Farbe die Umgehung realisiert werde, bekräftigte Mertens den Konsens von Kommunalpolitik und Bürgern.

Eine Aktionsform, vor der Rechtsamtsleiter Gregor Küpper warnte, ist das "intelligente Parken" innerhalb der Ortsdurchfahrt, das leicht in den Grenzbereich zum strafrechtlich sanktionierten, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr geraten kann. Immerhin: Stets hat das hier prinzipiell ja erlaubte Parken das Tempo gedrosselt.

Quelle: NGZ
 
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