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Rommerskirchen
Bürger wollen Umgehung für B 477

Rommerskirchen: Bürger wollen Umgehung für B 477
Auf einer Bürgerversammlung forderten die Rommerskirchener dringend eine Umgehungsstraße für die B 477. Jeden Tag verstopfen viele Fahrzeuge die Nord-Süd-Verbindung durch die Gemeinde. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Die B 477n ist im aktuellen Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans nicht im vordringlichen Bedarf eingeplant. Ändert sich dies nicht bis zum Sommer, kann die Realisierung noch viele Jahre dauern. Von Sebastian Meurer

Vor einem Vierteljahr war die drohende Rückstufung der Umgehungsstraße B 477n bekannt geworden. Wer sich seither über die (vermeintlich) ausbleibende Bürgerresonanz wunderte, fand sich jetzt eines Besseren belehrt. 1400 Statements von Bürgern gab es nämlich bei dem erstmals angewandten Beteiligungsverfahren, bei dem sich Interessierte per Internet-Votum zu Wort melden konnten. Dies gab der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Thiel jetzt bei einem Info-Abend in der Gaststätte "Gillbachschänke" bekannt, dessen Resonanz zumindest wieder an die der leidenschaftlichen Auseinandersetzungen vor einem Jahrzehnt erinnerte.

Knapp 80 Teilnehmer fanden sich im zeitweilig überfüllten Saal ein und ließen gehörig Dampf über die Zustände entlang der heutigen B 477 ab. "Projekte, die in der Bürgerschaft umstritten sind, haben von vornherein keine Chance", gab Rainer Thiel zu bedenken - die einstimmige Mehrheit zugunsten der B 477n im Rat und die weit überwiegende im Saal der "Gillbachschänke" musste sich hier nicht abgesprochen fühlen. Wie die Vielzahl von Wortmeldungen deutlich machte, hat sich die Situation an der B 477 gerade für deren Anwohner wohl noch verschlechtert.

49 Jahre wohne er unmittelbar an der Bundesstraße sagte Heinz Kropp vom Butzheimer Veilchenweg, der "unerträglichen Lärm" und die Belastung durch Feinstaub beklagte. "Mit der Einführung der Maut ist es noch schlimmer geworden", sagte Kropp mit Blick auf das gestiegene Aufkommen an Lastwagen. Detlef Bolz verwies auf einige Beinahe-Zusammenstöße allein in den vergangenen zehn Tagen, während der auch an der Landstraße wohnende Hans-Josef Huthmacher auf die Gefahr eines Zusammenstoßes von Benzintankern und Gefahrguttransportern hinwies, die jeweils regelmäßig die viel befahrene Butzheimer Ortsdurchfahrt passieren.

In der Tat sei die Unfallstatistik auf der B 477 in diesem Bereich "relativ hoch", sagte Bürgermeister Martin Mertens. Dabei handele es sich allerdings zumeist "um Bagatellfälle", die übergeordneten Behörden bislang noch keinen Anlass zum Handeln gegeben hätten. Brigitte Beutner, gleichfalls Anwohnerin der Ortsdurchfahrt, warf die Frage des "intelligenten Parkens" auf. Was wiederum zu "Bagatellschäden" führen kann, denn Autos, die am Straßenrand der Ortsdurchfahrt geparkt werden, sind in unschöner Regelmäßigkeit durch den fließenden Verkehr beschädigt worden. Mertens warnte davor, die Grenze zwischen "intelligentem Parken" und dem strafbaren Eingriff in den Straßenverkehr zu missachten: Mit auf der Fahrbahn abgestellten Traktoren zu demonstrieren, erschien manch einem verlockend, auch wenn vor der potenziellen Gefahr für Menschen gewarnt wurde. "Es wird sich nur dann etwas ändern, wenn der Druck erhöht" wird, meinte CDU-Chef Michael Willmann, der hier gerade auf die Einflussmöglichkeiten der Bürger verwies. Wobei er dem Vorgehen der Bürger in Konfliktfällen durchaus etwas abzugewinnen vermöge.

Quelle: NGZ
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