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Rommerskirchen
BUND attackiert Politik und Verwaltung

Rommerskirchen. Kreissprecher Henning Walther spricht von einer "naturzerstörenden Allianz" in Rommerskirchen.

Wenig Gehör fand beim SPD-Info-Treff zur geplanten Umgehung B 477n der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Nun gehen die Umweltschützer in die Offensive und attackieren öffentlich Politik und Verwaltung.

Die Vorgeschichte: Hennig Walther, Vorstand der BUND-Kreisgruppe Neuss, hatte bei dem Treffen die Notwendigkeit der Umgehung bestritten. Kurz nachdem Bürgermeister Martin Mertens darauf verwiesen hatte, dass der Grevenbroicher Walther nicht an der B 477 wohne, verließ der das Treffen in der "Gillbachschänke". Differenzierter habe sich SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel geäußert, doch auch der habe das Ziel d er Veranstaltung darin gesehen, den Bau der Umgehung zu unterstützen. Walther wendet sich jetzt "an die Rommerskirchener Mitbürger": Kommunalpolitik und Verwaltung bildeten "eine naturzerstörende Allianz".

"Schwere Abwägungsfehler, die die Verwaltung und Politik selbst verschuldet haben", seien im Verfahren zu erkennen, so Walther. Diese könnten in einer späteren Planfeststellung rechtlich angegriffen werden. Das Umweltgutachten habe festgestellt, "dass alle untersuchten Linien zum Teil schwerwiegende Umweltauswirkungen verursachen". Den Bedarf für eine Bundesstraße sieht Walther "nicht gegeben, weil sich nur fünf bis sechs Prozent der Verkehrsteilnehmer nach Dormagen orientieren". Eine Ortsumgehung sei nur zu rechtfertigen, wenn es zu einer massiven Entlastung der Ortsdurchfahrten komme. "Diese wird aber nur mit 35 Prozent prognostiziert", so Walther. Damit würden die Anlieger weiter belastet, zusätzlich aber ein ganzer Naturraum zerstört. Die Lösung besteht aus Sicht des BUND in einem regional-kommunalen Verkehrskonzept, "in dem die Verwaltung ihre Möglichkeiten der Verkehrslenkung und -steuerung ausschöpft und deutlich schneller umsetzen kann".

(S.M.)
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