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Rommerskirchen
Charlotte Horn stellt Bilder in Köln aus

Rommerskirchen. Die Rommerskirchener Künstlerin zeigt "Klangfarben" beim Diözesan-Caritasverband. Von Karoline Gellrich

Die Idee, Farben mit Tönen zu vergleichen, ist nicht neu. In der griechischen Philosophie besaß der ganze Kosmos, und mit ihm jede Farbe, einen Ton. "Von diesem Gedanken habe ich mich inspirieren lassen", sagt die Rommerskirchener Künstlerin Charlotte Horn. "Klangfarben" heißt darum ihre Ausstellung, die sie im Haus des Diözesan-Caritasverbandes, Georgstraße 7, in Köln präsentiert. Die Bilder sind dort noch bis zum 21. Dezember zu sehen, in den Ferien von 9 bis 16 Uhr.

Bunt und voller Leben sind ihre Bilder. Die einen erzählen von Urlaubsreisen in den Süden, die anderen von persönlichen Erinnerungen an Meer- und Dünenlandschaften in Nordfriesland. "Ich habe zwei Räume mit komplett gegensätzlichen Atmosphären gestaltet", sagt Horn. "Die erste Bilderreihe ist sehr warm, mit satten Rot- und Grüntönen, die beleben. Der zweite Raum ist voller kühler Meeresbilder, bei denen man entspannen und den Kopf frei kriegen kann", sagt die Künstlerin. Würden ihre Bilder mit Tönen verglichen, dann sei "der erste Raum ein C-Dur und der zweite Raum ein Moll-Ton", erklärt sie.

Fünf Jahre lang hatte die Rommerskirchenerin nur in Schwarz-Weiß gemalt: "Ich wollte die Farben aufs Minimum reduzieren. Meine Kohlezeichnungen zum Holocaust und meine Landschaftsbilder waren durch unendlich viele Grauschattierungen geprägt. Als ich nach dieser Phase wieder Farbe benutzen wollte, sollte dies nicht planlos, sondern mit System geschehen."

Horn ließ sich von Vincent van Gogh und Eugène Delacroix inspirieren und studierte deren Komplementärfarbenlehre. "Nach van Goghs Farbkreis kombiniert man violett mit gelb, rot mit grün und blau und orange", erklärt Horn. "Ich habe viel damit experimentiert und die Erfahrung gemacht, dass die Bilder durch diese Farblehre viel lebendiger werden", sagt sie.

In ihrem warmen Farbzyklus malte Horn Bilder von ihren Reisen nach Südeuropa und an die türkische Rivera. Sie deutet Bauwerke an, zeigt Moscheen, Städte am Meer, aber auch Türme und Fachwerkhäuser. Der kältere Farbzyklus ist geprägt durch das Wechselspiel von Ebbe und Flut. Horn zeigt Wellen, die sich an Palisaden brechen, Dünen und einen weiten Horizont über dem Meer. Ihre Kunstwerke erinnern an Expressionismus: "Mir gefällt es, wenn meine Bilder mehrdeutig sind und jeder in ihnen etwas Anderes sehen kann", sagt Horn.

Quelle: NGZ
 
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