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Rommerskirchen
Chor berührt seit 150 Jahren die Herzen

Rommerskirchen: Chor berührt seit 150 Jahren die Herzen
Ein halbes Jahrhundert alt ist diese Aufnahme. 1966 ließ sich der Chor anlässlich seines 100-jährigen Bestehens vor der Kirche ablichten. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Der Pfarrcäcilienchor St. Martinus Nettesheim feiert sein stolzes Jubiläum am 12. November mit einem Konzert. Neben dem Gesang zählt für das Ensemble, das derzeit von Melanie Dietershagen geleitet wird, besonders die Gemeinschaft. Von Vera Straub-Roeben

Generationen von Kirchensänger ließen Tausende christliche Lieder im Kirchenschiff von St. Martinus Nettesheim erklingen und berührten damit die Herzen der Gemeinde. Und den Pfarrcäcilienchor St. Martinus Nettesheim gibt es immer noch, und das bereits seit 150 Jahren. 34 Frauen und Männer zählen zur Jubiläumsbesetzung und dürfen sich mit Stolz auf das feierliche Konzert am 12. November vorbereiten - denn sie alle schreiben ein Stückchen Chorgeschichte.

Einst als reiner Männerchor unter Pfarrer Johannes Xaverius Steenaerts und dem Organisten Josef Gladbach gegründet, zeigte der noch junge Chor schnell beachtliche Leistungen und wurde fester Bestandteil jedes kirchlichen Hochfestes. "Wir sind einer der wenigen Chöre, die es in der Form überhaupt noch gibt", betonen der 1. Vorsitzende Josef Huthmacher, Schriftführer Hans-Peter Weiler und Kassierer Engelbert Hackenbroich. Was neben dem Gesang zählt - und schon immer zählte - ist die Gemeinschaft: "Aus einer Sammelkasse finanzieren wir Getränke, vor und nach den Proben sitzen wir immer noch zusammen und unterhalten uns", sagt Hackenbroich. "Diese Tradition ist sehr förderlich, um eine solche Gemeinschaft am Leben zu erhalten." Neben kleineren Ausflügen gibt es am Karnevals-Dienstag ein festes Ritual: "Dann lassen wir die Probe nicht etwa ausfallen, sondern feiern sie mit Pellkartoffeln und in Kostümen."

Doch es gab auch schwierige Zeiten für die Kirchensänger. Zwei Weltkriege hat der Chor überdauert und sich immer wieder auf neue Mitglieder einstellen müssen. Leiterin ist derzeit Melanie Dietershagen, "unser bestes Stück", wie Engelbert Hackenbroich sagt. Er entdeckt sich auch auf dem Gruppenfoto von 1966, als der Pfarrcäcilienchor St. Martinus Nettesheim sein 100-jähriges Bestehen feierte. "Zwischendurch habe ich ein paar Jahre gefehlt, weil ich nicht hier gewohnt habe", gesteht er. Dennoch ist er, kaum wieder im Lande, wieder zu den Proben gegangen. "Ich war damals mit 20 Jahren noch sehr jung, als ich eingetreten bin. Und ich wurde von den Älteren sehr nett aufgenommen, durfte alle duzen - heute ist das selbstverständlich und unterstreicht die familiäre Atmosphäre. Fast alle Mitglieder sind aus dem Ort, einige kommen aber auch extra jede Woche von Rommerskirchen, Grevenbroich oder Jüchen zur Probe."

Wenn die Kirchensänger in die Zukunft blicken, wünschen sie sich bloß eines: "Wir möchten, dass mehr junge Mitglieder die Liebe zur Kirchenmusik, aber auch zu weltlichen Stücken, die ebenfalls in unserem Repertoire sind, entdecken und in unseren Chor eintreten. Und mit jung meinen wir auch jene, die 40 oder 50 Jahre alt sind", sagt Hackenbroich. Der jüngste Sänger ist 16 Jahre, die älteste Sängerin hat die 80 überschritten. "Aber wir haben einfach ein tolles Miteinander, kennen unsere Stärken und Schwächen und haben Freude an der Musik." Interessierte können zur Probe kommen, die jeden Dienstag von 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Nettesheim stattfindet.

Quelle: NGZ
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