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Rommerskirchen
Damianshof - Labor für die Landwirtschaft

Rommerskirchen: Damianshof - Labor für die Landwirtschaft
Bernd Olligs auf einem Senffeld. Die Pflanzen werden als Zwischenfrucht eingesetzt, um den Boden vor Auswaschung zu schützen. FOTO: Tinter
Rommerskirchen. Die Kooperation mit Bayers Landwirtschaftssparte lockt immer mehr internationale Besucher auf den Deelener Betrieb, die sich bei Landwirt Bernd Olligs informieren wollen. Ein Grund ist die schwieriger gewordene Welternährungslage. Von Stefan Schneider

Dass der Deelener Landwirt Bernd Olligs von März bis Oktober viel und im Mai und Juni besonders viel Arbeit hat, das hat nicht nur mit der Wachstumsperiode zu tun. In diesen Zeiten empfängt er auch den Großteil der Besucher auf seinem Betriebsgelände, die die dort gewonnenen Erkenntnisse für ihre Zwecke nutzen möchten. Olligs arbeitet auf seinem Damianshof mit der Landwirtschaftssparte Crop Science von Bayer zusammen. Es geht um effektive und nachhaltige Agrarwirtschaft, und die Reihe der Menschen, die sich dafür interessieren, reicht von Olligs Kollegen über Biologen bis hin zu Politikern, Journalisten und Außendienstlern des Landhandels. Die Nachfrage steigt: Zu den 500 bis 600 Landwirten aus der Region gesellen sich zunehmend internationale Gäste. Zuletzt seien 1200 Besucher gezählt worden, erzählt Utz Klages von Crop Science. Chilenen, Brasilianer, Chinesen, Inder - alle wollen ihre Landwirtschaft optimieren.

"Die Sicherung der Welternährung und damit die Landwirtschaft bekommen immer größere Bedeutung. Deshalb steigen auch die Aufmerksamkeit und das Interesse", glaubt Klages. "Mitunter haben Bauern, die ihre Felder 8000 Kilometer von hier entfernt bearbeiten, die selben Probleme wie wir", hat Olligs in dem Zusammenhang festgestellt. Er hält auf dem Damianshof Versuchsflächen vor, auf denen zum Beispiel bestimmte Pflanzensorten getestet werden können oder die Auswirkung unterschiedlicher Dosierung von Pflanzenschutzmitteln. "Man sieht genau, wie die Natur reagiert. Mit neuen Sorten und optimalem Pflanzenschutz in Form einer genaueren Bemessung lassen sich beachtliche Ertragssteigerungen erzielen", weiß Olligs. Schon seine Diplomarbeit hat der heute 48-Jährige vor mehr als 20 Jahren über pilzbekämpfende Fungizide im Winterweizenanbau geschrieben und dabei einen drei Jahre laufenden Versuch auf dem Damianshof, den er in sechster Generation bewirtschaftet, zugrunde gelegt. Dass (vernünftiger) Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unverzichtbar ist, davon ist Olligs überzeugt: "Ansonsten hätten wir bei dem regnerischen Mai, den wir in diesem Jahr hatten, eine Hungersnot in Westeuropa gehabt."

Ökologische Aspekte spielen auf dem Damianshof gleichwohl eine wesentliche Rolle. Olligs hat dort etwa sogenannte Lerchenfenster zum Vogelschutz angelegt, unbeackerte Flächen inmitten der Felder, die von den Tieren als Nistraum genutzt werden können und für Räuber wie den Fuchs schwer erreichbar sind, weil sie weit genug entfernt von dessen Laufwegen auf den Fahrrinnen im Acker entfernt liegen. Sinnvolle Fruchtfolgen, Saatgutauswahl, und die positive Wirkung von Blühstreifen für Bienen und andere Insekten sind weitere Bereiche, die auf dem Damianshof beleuchtet werden - oft über Jahre hinweg. "Wir nutzen den Standort auch, um zu erklären, was Landwirte ökologisch tun", erklären Olligs und Klages unisono. Neben mehr Ertrag sei es ein wichtiges Ziel, negative Einflüsse durch die Landwirtschaft zu reduzieren.

Quelle: NGZ
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