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Rommerskirchen
Der Trend geht zur Gesamtschule

Rommerskirchen: Der Trend geht zur Gesamtschule
Bettina Sommer (l.) ist nach zwei Jahren als Leiterin der Grundschule in Allrath jetzt wieder dauerhaft an der Gillbaschule tätig. Deren Leiterin Elke Lorleberg sieht angesichts vieler Zuzüge der Schulentwicklung gelassen entgegen. FOTO: ANJA TINTER
Rommerskirchen. Inzwischen wechseln nicht nur von der Gillbachschule fast ebenso viele Kinder zur Gesamtschule wie aufs Gymnasium. Von Sebastian Meurer

Zumindest für die Schulleitungen sind die großen Ferien bereits vorbei. Das gilt auch für die Gillbachschule, die mit gut 220 Kinder nach wie vor größte der drei Grundschulen in der Gemeinde. Stundenpläne müssen geschrieben werden, es gilt manches zu organisieren, zumal sich die Schülerzahlen buchstäblich bis zum ersten Schultag noch ändern können.

Mit an Bord ist auch Bettina Sommer. In Rommerskirchen war sie Elke Lorlebergs Stellvertreterin geblieben, leitete parallel jedoch zwei Jahre die jetzt geschlossene Grundschule in Allrath.

Starten wird die Gillbachschule kommende Woche mit drei Eingangsklassen, in Frixheim und Hoeningen geht es mit jeweils einer Klasse von Schulneulingen los. Die Frage, was die Kinder tun, wenn sie die Grundschule verlassen, beantworten seit Jahr und Tag die von der Gemeinde veröffentlichten Zahlen. Denen zufolge ist bei den Grundschulabgänger stets das Gymnasium die beliebteste Schulform gewesen, wobei gemeindeweit die 50-Prozent-Grenze erreicht oder gar übertroffen worden ist.

Hier hat sich zuletzt jedoch einiges geändert: "Es gibt einen ganz klaren Trend hin zu den Gesamtschulen", sagt Elke Lorleberg, seit 15 Jahren Rektorin der Gillbachschule. Ihre Schule steht damit keineswegs allein da, wie die Gesamtzahlen für Rommerskirchen ausweisen: Demnach haben zuletzt 128 Viertklässler die drei Grundschulen verlassen: 54 besuchen ein Gymnasium (42 Prozent), wobei die 50 neuen Gesamtschüler (39 Prozent) fast gleichauf liegen. Nicht sonderlich gefragt ist die Sekundarschule, die nur sieben Kinder (sechs Prozent) besuchen. "Selbst wenn Kinder eine uneingeschränkte Gymnasialempfehlung haben, entscheiden sich die Eltern vielfach für eine Gesamtschule", erzählt Elke Lorleberg. Einen der wichtigsten Gründe sieht sie darin, dass es hier, anders als an den Gymnasien, nach wie vor das 13. Schuljahr gibt und halt ein Jahr länger Zeit bis zum Abitur bleibt.

Gleichwohl gibt es ein Problem für Rommerskirchener Schüler, die zur Gesamtschule gehen wollen: Die Aufnahme ist quotiert und es gibt nicht wenige Ablehnungen an den jeweiligen Wunschschulen. Was auch für die zunehmend beliebter werdende Papst-Johannes XXIII.-Schule in Stommeln gilt. Was die Gymnasien angeht, "verstreuten" sich die Abgänger der Gillbachschule zumeist in den Nachbarstädten Grevenbroich und Dormagen. Aktueller "Spitzenreiter" war zuletzt jedoch das Pascal-Gymnasium in Grevenbroich: "Hierhin gehen diesmal fast 20 Kinder", so Elke Lorleberg. Mit Blick auf die Schullandschaft spricht sie vom "Fluch und vom Segen Rommerskirchens". Der Fluch liege darin, dass mangels eigener weiterführender Schulen Ablehnungen in Kauf genommen werden müssten."Letzten Endes haben wir es aber immer geschafft, die Kinder zufriedenzustellen", so die Schulleiterin. Und der Segen? Der liegt nach wie vor darin, dass es noch genügend Schüler, genügend Raum und kleine Klassen gibt, um vergleichsweise gut lernen zu können. "Ein großes Lob" zollt Elke Lorleberg der Gemeinde für deren umfassende Unterstützung.

Quelle: NGZ
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